VIDEO: Rechtsextreme Beamte: 16 Verdachtsfälle in Niedersachsen (3 Min)

Rechtsextreme Beamte: Niedersachsen im Mittelfeld

Stand: 06.10.2020 18:08 Uhr

Innerhalb von drei Jahren haben die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern 377 rechtsextreme Verdachtsfälle in den eigenen Reihen festgestellt. 16 entfallen auf Niedersachsen.

Vom 1. Januar 2017 bis zum 31. März 2020 leiteten die Sicherheitsbehörden der Länder Ermittlungen in insgesamt 319 Verdachtsfällen ein. Auf Bundesebene waren es 58. Hinzu kommen 1.064 Verdachtsfälle beim Militärischen Abschirmdienst für den Bereich der Bundeswehr. Das geht aus dem Lagebericht "Rechtsextremismus in Sicherheitsbehörden" hervor, den das Bundesamt für Verfassungsschutz am Dienstag vorgelegt hat. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach von einer geringen Fallzahl. Zumeist geht es um rechtsextreme oder rassistische Hetze in Chats.

Regionale Unterschiede

Dabei gibt es Unterschiede in den Bundesländern, wobei auch die Zahl der Mitarbeitenden der Sicherheitsbehörden je nach Land stark schwankt. In Hessen wurden die meisten Verdachtsfälle registriert, Niedersachsen landet im bundesweiten Vergleich auf Platz acht. Hier wurden 16 Verfahren eingeleitet. Zehn sind abgeschlossen, sechs laufen noch.

Die Zahl der Verdachtsfälle in den Ländern

  • Hessen: 59
  • Berlin: 53
  • Nordrhein-Westfalen: 45
  • Bayern: 31
  • Sachsen: 28
  • Baden-Württemberg: 23
  • Brandenburg: 18
  • Niedersachsen: 16
  • Mecklenburg-Vorpommern: 15
  • Rheinland-Pfalz: 9
  • Sachsen-Anhalt: 9
  • Thüringen: 5
  • Hamburg: 4
  • Schleswig-Holstein: 3
  • Bremen: 1
  • Saarland: 0

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder - der Tag | 06.10.2020 | 16:00 Uhr

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