Stand: 24.09.2019 11:18 Uhr  - NDR Info

Pistorius begrüßt Einigung in Flüchtlingsfrage

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Niedersachsens Innenminister Pistorius sieht Europa in der Pflicht, sich um schiffbrüchige Migranten zu kümmern.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) ist glücklich darüber, dass sich Italien, Malta, Frankreich und Deutschland auf eine Übergangslösung bei der Verteilung von aus Seenot geretteten Migranten geeinigt haben. Auf NDR Info sprach er von einem Erfolg für die europäische Solidarität und für die Humanität. Über den Kurswechsel von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sei er überrascht und froh. Es brauche ein Europa der Willigen: "Die, die etwas machen wollen, müssen vorangehen", sagte Pistorius im Interview.

Der SPD-Politiker betonte, dass auch bei den Bootsflüchtlingen, die Deutschland aufzunehmen bereit ist, eine Sicherheitsüberprüfung erfolgt. Außerdem müssten die Menschen das normale Asylverfahren durchlaufen: "Sie kriegen keinen Sonderstatus gegenüber all den anderen. Und das ist auch wichtig und richtig."

Pistorius: "Das ist alles machbar"

Forderungen aus der CSU, nur schutzberechtigte Bootsflüchtlinge aufzunehmen, bezeichnete der niedersächsische Innenminister als beschämend. "Wir können die Menschen nicht vor der Haustür Europas ertrinken lassen", sagte er. Wenn zivile Schiffe Menschen aus Seenot retteten, werde es kein Problem sein, diese auf europäische Länder zu verteilen. Die Zahlen seien nicht besorgniserregend. Es gebe Kommunen in Niedersachsen und in ganz Deutschland, die sagten, dass sie Migranten aufnehmen wollen. "Das ist alles machbar. Damit sollte man schlicht und ergreifend auch einfach mal ruhiger umgehen", sagte Pistorius auf NDR Info.

Der SPD-Politiker ist sich sicher: "Die Zahl derjenigen, die über das Mittelmeer versuchen zu kommen und das Leben riskieren, wird überschaubar bleiben."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 24.09.2019 | 07:08 Uhr

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