Zahlreiche Impfspritzen mit dem Impfstoff "Comirnaty" liegen auf einem Tablett. © picture alliance/Fotostand Foto: Fotostand/Havergo

Pilotprojekt gestartet: Ärzte impfen Senioren zu Hause

Stand: 26.02.2021 19:35 Uhr

Niedersachsen geht neue Wege bei den Corona-Impfungen: Am Freitag haben vier Hausärzte im Landkreis Osnabrück mit Hausbesuchen bei nicht mehr mobilen Patienten ab 80 Jahren begonnen.

Fünf weitere Hausärzte erproben von Montag an die Corona-Impfung von unter 65-Jährigen in ihren Praxen - diese liegen in der Stadt und der Region Hannover sowie in den Landkreisen Wesermarsch, Uelzen und Leer. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Ausweitung des Konzepts im April

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) erklärte, die Probeläufe dienten dazu, die Logistik und Lagerung der Corona-Impfstoffe und die technischen Abläufe durchzuspielen. "Voraussichtlich ab April können dann deutlich mehr Praxen in Niedersachsen mit im Boot sein", sagte Reimann. Ein entsprechendes Konzept sei mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) vereinbart worden. Die Erprobungsphase in den insgesamt neun Pilotpraxen solle maximal zwei Wochen dauern.

9.000 Praxen in Niedersachsen stehen bereit

Die beteiligten Praxen werden von den Impfzentren wie mobile Impfteams behandelt und von diesen mit Impfstoff beliefert. Verwendet werde dabei ausschließlich der Biontech/Pfizer-Impfstoff, sagte der KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch. "Diese Pilotprojekte sollen als Initialzündung dienen für eine später folgende flächendeckende Impfung mobiler Patienten in unseren Praxen. Rund 9.000 Arztpraxen stehen in Niedersachsen bereit, einen ganz essenziellen Beitrag zu leisten für die Durchimpfung der Bevölkerung", so Barjenbruch.

Mobile Teams im Landkreis Göttingen

So lange es noch keine flächendeckende Impfung in Praxen gibt, gehen Stadt und Landkreis Göttingen vorerst andere Wege: Mobile Impfteams werden in die von den Impfzentren weiter entfernten Gemeinden geschickt. So sollen auch die nicht mehr mobilen älteren Menschen versorgt werden. Solche "Spontan-Impfstationen" soll es beispielsweise in Hann. Münden, Bad Grund und Bad Sachsa, aber auch in anderen Gemeinden geben. Dazu schickt der Landkreis mobile Impfteams und je rund 300 Impfdosen. Die Gemeinden stellen dafür die Räumlichkeiten und laden zur Impfung ein. Auf diese Weise versorgt werden sollen auch die vom Impfzentrum in Göttingen weiter entfernt gelegenen Stadtteile.

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Ein Fläschchen mit Impfserum und eine Spritze © Colourbox

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 25.02.2021 | 15:00 Uhr

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