Stand: 22.10.2019 15:19 Uhr

Pflegekräfte erhalten mehr Geld und Entlastung

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Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollen Pflegekräfte in Niedersachsen künftig unter anderem besser entlohnt werden. (Themenbild)

Die Situation für Pflegekräfte soll sich in Niedersachsen verbessern: Sie sollen künftig mehr Geld verdienen und mehr Zeit für den Umgang mit Pflegebedürftigen bekommen. Darauf hat sich die Landesregierung gemeinsam mit Vertretern der Pflegekräfte, Pflegeanbieter, Krankenkassen und Wohlfahrtsverbände im Rahmen der "Konzertierten Aktion Pflege" verständigt. Es sei ihm persönlich sehr wichtig, dass Pflegerinnen und Pfleger für ihre verantwortungsvolle Aufgabe anständig bezahlt würden und unter vernünftigen Bedingungen arbeiten könnten, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Laut Sozialministerin Carola Reimann (SPD) seien alle mit der Überzeugung in die Verhandlungen gegangen, "dass wir die Situation in der Pflege verbessern müssen".

Der Ministerpräsident Stephan Weil.

Land will Pflegeberufe attraktiver machen

Hallo Niedersachsen -

Unattraktive Arbeitszeiten und die schlechte Bezahlung schrecken viele von Berufen in der Pflege ab. Deshalb will Ministerpräsident Weil die Pflegebranche besser unterstützen.

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Neues Pflegegesetz auf den Weg gebracht

Als Beitrag zur "Konzertierten Aktion Pflege" hat das rot-schwarze Kabinett am Dienstag zudem die Novelle des Niedersächsischen Pflegegesetzes auf den Weg gebracht. Die Gesetzesänderung soll unter anderem die tarifgerechte Bezahlung von Pflegekräften unterstützen. Außerdem will das Land dabei helfen, mehr Plätze für Kurzzeitpflege in den Kommunen zu sichern. Diese werden zum Beispiel gebraucht, wenn Patienten operiert wurden und sich nicht alleine zu Hause versorgen können, oder um pflegende Angehörige zu entlasten. Darüber hinaus sollen die Pflegeberichte, die die Kommunen regelmäßig verfassen müssen, künftig einheitlich strukturiert werden.

2.800 Pfleger in Niedersachsen gesucht

Die Situation in der Kranken- und Altenpflege ist äußerst angespannt. Fachkräfte fehlen - der Beruf ist für viele wegen der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung offenbar wenig attraktiv. Laut Agentur für Arbeit gab es im September in Niedersachsen knapp 2.800 Stellen in der Alten- und Krankenpflege zu besetzen, nur rund 630 Pflegekräfte suchten jedoch einen Arbeitsplatz.

Zahl der Pflegebedürftigen seit 1999 stetig gestiegen

Die demografische Entwicklung sorgt dafür, dass das Personalproblem in der Pflege im Laufe der Zeit immer größer wird. Zahlen des Landesamts für Statistik machen die Entwicklung deutlich. Zwischen 1999 und 2017 hat sich die Zahl der Menschen in Niedersachsen insgesamt kaum verändert: Sie lag und liegt bei ungefähr 7,9 Millionen. Die Zahl der Pflegebedürftigen jedoch ist in diesem Zeitraum deutlich gestiegen - von knapp 210.000 auf fast 390.000. Ebenso wie in ganz Deutschland wächst der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung - in Niedersachsen allerdings stärker als auf Bundesebene. 2,65 Prozent der Niedersachsen waren 1999 pflegebedürftig, 2017 waren es 4,86 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.10.2019 | 15:00 Uhr

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