Stand: 22.07.2019 14:38 Uhr

Parkinson: Berufskrankheit bei Landwirten?

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Experten prüfen, ob Pestizide die Krankheit Parkinson auslösen können. (Archivbild)

Können Pestizide Parkinson auslösen und sind Landwirte daher besonders gefährdet? Ein Sachverständigenbeirat der Bundesregierung prüft derzeit, ob Parkinson bei Landwirten künftig als Berufskrankheit anerkannt werden soll. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Das Landvolk Niedersachsen wollte sich auf Anfrage von NDR.de zu dem Vorstoß bisher nicht weiter äußern. Die Landwirtschaftskammer begrüßt die Prüfung.

Ministerium: "Generelle Geeignetheit" für Berufskrankheit

Das Expertengremium habe in einem ersten Schritt festgestellt, dass gewisse Stoffe oder Stoffkombinationen die Krankheit verursachen können, heißt es in dem Zeitungsbericht. Wie das Bundesarbeitsministerium bestätigte, sei die "generelle Geeignetheit" für eine neue Berufskrankheit beschlossen worden. Allerdings ließ das Ministerium offen, welche Pflanzenschutzmittel im Verdacht stehen, die Krankheit auslösen zu können.

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In Frankreich anerkannt

Es müsse nun untersucht werden, ob Landwirte durch ihre Arbeit mit Pestiziden ein nachweislich höheres Risiko haben, an Parkinson zu erkranken, als andere Menschen, so das Ministerium. Bis es dazu ein Ergebnis gebe, könnten aber mehrere Jahre vergehen. In Frankreich ist Parkinson bereits seit 2012 als Berufskrankheit bei Landwirten anerkannt. In Deutschland haben Menschen, die an einer Berufskrankheit leiden, Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Kein drängendes Problem?

Die Reaktionen auf die Überprüfung durch die Experten fallen verhalten aus. Da nicht bekannt sei, um welche Mittel es sich konkret handele, könne das niedersächsische Landvolk derzeit nichts dazu sagen, so eine Sprecherin. Die Landwirtschaftskammer begrüßt die Überprüfung der möglichen Zusammenhänge: Es sei im Interesse aller in der Landwirtschaft Beschäftigten, dem auf den Grund zu gehen, so ein Sprecher. Im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln habe sich in der Vergangenheit aber bereits viel getan. So würden Pestizide etwa in geschlossenen Behältern transportiert und unter Atemschutz ausgebracht.

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