Stand: 19.06.2019 16:17 Uhr

Otte-Kinast fordert Pflicht für Tierwohllabel

Bei Eiern kennt man das schon: Die aufgedruckten Ziffern zeigen an, wie und wo das Huhn gehalten wurde. Auch bei Fleisch- und Wurstwaren sind viele Verbraucher daran interessiert zu erfahren, wie die Tiere gelebt haben und wo sie geschlachtet wurden. Darum hat Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Kinast-Otte (CDU) am Dienstag im Landtag eine Bundesratsinitiative für ein verpflichtendes sogenanntes Tierwohllabel eingebracht. Diese Pflichtkennzeichnung soll am Freitag diskutiert werden. Mit diesem Vorstoß geht die niedersächsische Agrarministerin wiederholt auf Konfrontation mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die lediglich eine Kennzeichnung auf freiwilliger Basis fordert.

Otte-Kinast: An verpflichtendem Tierwohllabel führt kein Weg vorbei

Otte-Kinast sieht die von ihr geforderte Pflichtkennzeichnung als "Meilenstein" für den Verbraucherschutz. Sie sagte im Landtag, dass der Verbraucher die Kennzeichnung wünsche. Das von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) geplante freiwillige Label sei nicht geeignet, für mehr Tierschutz in der Fläche zu sorgen, sagte Otte-Kinast. "Es ist daher höchste Zeit, eine andere Bühne zu nutzen, um dem Bund mit aller Deutlichkeit klar zu machen, dass an einem verpflichtenden Label einschließlich der Herkunftsbezeichnung kein Weg vorbeiführt."

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Ein Fleischverkäufer reicht einer Kundin Ware über die Theke © dpa / picture alliance Foto: Robert Schlesinger

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SPD und Grüne stützen den Vorstoß, FDP und AfD nicht

Unterstützung bekam Otte-Kinast vom niedersächsischen Koalitionspartner SPD. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass alle Konzepte, die ausschließlich auf freiwilliger Mithilfe der Agrarindustrie basierten, nicht fruchteten und nur immer weiter vertagt würden, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Wiard Siebels. Auch die Grünen begrüßten den Sinneswandel der CDU, sagte deren tierschutzpolitische Sprecherin Miriam Staudte: "Besser spät als nie." Das verbindliche Tierschutzlabel solle gleich für alle tierischen Produkte gelten, nicht nur für Fleisch und Aufschnitt. FDP und AfD sind von einer Sinnhaftigkeit des Tierwohllabels nicht überzeugt. "Die Landwirtschaft leistet einen großen Beitrag dazu, dass der Lebensstandard so hoch ist, weil die Basis gelegt ist mit sehr günstigen Nahrungsmitteln", sagte FDP-Landwirtschaftsexperte Hermann Grupe.

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Bullenaufzucht in einem Offenstall © fotolia.com Foto: Countrypixel

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.06.2019 | 14:00 Uhr

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