Schweine stehen im Stall. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa

Otte-Kinast: Hilfsplan für Schweinebauern und Schlachthöfe

Stand: 10.10.2020 09:46 Uhr

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium arbeitet an einem System, das die Arbeit in Schlachthöfen bei Corona-Ausbrüchen künftig zielgerichteter einschränken soll.

Die Probleme der Schweinebauern und Schlachthöfe waren am Freitag Thema bei einem Treffen der Fleischbranche in Bonn. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) sagte danach dem NDR Regionalmagazin "Hallo Niedersachsen", es werde an neuen Methoden gearbeitet. Eine Frage sei, ob man "Ampelsysteme" entwickeln können, die dafür sorgen, dass ein Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb nicht zu einer kompletten Schließung führe.

VIDEO: Landwirt zeigt sich wegen Tierschutzverstößen selbst an (3 Min)

Hilfestellung für Landkreise

Otte-Kinast verwies auf die aktuelle unterschiedliche Handhabung der Corona-Ausbrüche in einem Schlachthof im Landkreis Cloppenburg, der den Betrieb reduziert aufrecht hält und im Landkreis Emsland, wo der Schlachthof in Sögel für drei Wochen geschlossen bleiben soll. Die Landkreise, die vor Ort über die Schließungen entscheiden, bräuchten einen Leitfaden. "Jetzt gilt es das weiter zu entwickeln zu einer Art Ampel", sagte Otte-Kinast. Mit dieser Hilfestellung könnten die Landkreise entscheiden, ob ein Schlachthof komplett geschlossen oder nur der Betrieb reduziert werden müsse, so die CDU-Politikerin.

Sonntags- und Feiertagsarbeit für Schlachthöfe?

Otte-Kinast hatte Mitte der Woche in einer emotionalen Rede im Landtag die schwierige Lage der Schweinebauern geschildert. Dabei schlug sie vor, angesichts des "Schweinestaus" Schlachthöfen die Arbeit auch an Sonn- und Feiertagen zu erlauben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.10.2020 | 08:00 Uhr

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