Stand: 17.10.2019 10:38 Uhr

Timur mahnt Türken und Kurden zur Ruhe

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Osman Timur sieht die Verbände in der Pflicht, ihre Mitglieder zu mäßigen.

Vor gut einer Woche hat die Türkei ihren Einmarsch in Nordsyrien begonnen, die Militäroperation richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG. In Deutschland hat es in den vergangenen Tagen deshalb viele Demonstrationen gegeben - und auch Gewalt zwischen Kurden und Türken. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen, Osman Timur, sagte auf NDR Info, der Konflikt um die Offensive in Nordsyrien dürfe nicht in Deutschland ausgetragen werden. Vielmehr seien Verbände mit Migrationshintergrund in der Pflicht, mäßigend auf ihre Mitglieder einzuwirken. Man müsse zu Besinnung aufrufen und in Deutschland die Ruhe bewahren.

Timur bezeichnete es als teilweise lästig, wenn Entwicklungen in der Türkei auf in Deutschland lebende Türken übertragen würden. "Aber damit müssen wir leben. Man kann sich diesen Diskussionen nicht entziehen."

Osman Timur, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen. © NDR

Timur: "Es ist wichtig, hier Ruhe zu bewahren"

NDR Info - Aktuell -

Der Konflikt um die Türkei-Offensive in Syrien dürfe nicht in Deutschland ausgetragen werden. Das sagte Osman Timur, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen, auf NDR Info.

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"Äußerungsverbot ist nicht diskussionswürdig"

Kritisch sieht der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde hingegen Diskussionen um türkische Fußballer, die mit soldatischem Gruß auf dem Fußballplatz das Militär in Nordsyrien feiern: "Ein Äußerungsverbot ist für mich als Demokrat nicht diskussionswürdig." Es gebe immer wieder politische Botschaften in der Welt, deshalb müsse man akzeptieren, dass es unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen gebe.

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Aufruf zu Besinnung und Frieden

Der Einmarsch der Türkei in Nordsyrien hat den Konflikt zwischen Kurden und Türken neu entfacht. In Nordrhein-Westfalen sind Demonstranten aus beiden Gruppen bei Protestmärschen aneinander geraten, mehrere Menschen wurden laut Polizei zum Beispiel in Köln, Bottrop und Herne verletzt.

Auch in Niedersachsen beobachtet Timur ein angespanntes Verhältnis zwischen Türken und Kurden. Aber auch wenn sich die allermeisten von Gewalt distanzierten, sei es wichtig, nicht den Extremisten zuzuhören, sondern sich auf Frieden zu besinnen, mahnte er auf NDR Info.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 17.10.2019 | 06:20 Uhr

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