Opposition kritisiert Personalpolitik bei Jugendämtern

Stand: 14.05.2021 21:13 Uhr

Die Schwächung von Jugendämtern während der Corona-Pandemie zugunsten der Gesundheitsämter sorgt in der niedersächsischen Landespolitik für Unverständnis und Kritik.

Recherchen der NDR hatten ergeben, dass Kommunen im vergangenen Jahr mehr als 200 Beschäftigte aus den Fachbereich Jugend zwischenzeitlich zu den Gesundheitsämtern abgeordnet hatten. Der Abgeordnete der Landesgrünen Volker Bajus hat wenig Verständnis dafür, dass Städte und Landkreise ihre Jugendämter geschwächt haben, um Corona-Kontakte besser nachverfolgen zu können. Auch die FDP-Landtagsfraktion kritisiert dieses Vorgehen. Die sozialpolitische Sprecherin der Liberalen Susanne Schütz sagte, das Land hätte den Kommunen Hinweise geben müssen, aus welchen Bereichen Gesundheitsämter unterstützt werden könnten und aus welchen nicht.

Behrens lehnt Kinderbeauftragten ab

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) betonte gegenüber dem NDR in Niedersachsen, dass das Land den Kommunen in dieser Frage keine Vorschriften machen könne. Die Ministerin geht davon aus, dass es infolge der Personalverschiebungen keine "großen Einschränkungen in den Jugendämtern" gegeben habe. Einen Kinderbeauftragten - wie in diesem Zusammenhang vom Kinderschutzbund gefordert - brauche es in Niedersachsen nicht. Man benötige vor Ort Leute, die sich um benachteiligte Kinder kümmerten und keinen neuen bürokratischen Wasserkopf, so die SPD-Politikerin. Das neue Jugendhilfegesetz werde die Jugendämter auch personell stärken.

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In der Pandemie haben die Jugendämter den Gesundheitsämtern personell ausgeholfen. Kritik kommt vom Kinderschutzbund. (14.05.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.05.2021 | 19:00 Uhr

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