Stand: 28.02.2019 21:15 Uhr

Nord/LB: Sparkassen beteiligen sich an Rettung

Die Rettung der wegen fauler Schiffskredite und einer dünnen Kapitaldecke kriselnden Nord/LB nimmt weiter Formen an: Die niedersächsischen Sparkassen wollen sich als Großaktionär mit bis zu 320 Millionen Euro an der Rettung der Landesbank beteiligen. Die Unterstützung sei einstimmig beschlossen worden, sagte Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen (SVN). Der Großteil des nötigen Kapitals soll mit knapp 2,4 Milliarden Euro von den Eigentümern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kommen, hieß es. Die Sparkassen und Landesbanken steuern etwa 1,1 Milliarden Euro für die Auffanglösung bei. Die öffentlich-rechtlichen Banken in Hessen und Thüringen wollen sich mit knapp 100 Millionen Euro an der Rettung der Nord/LB beteiligen, wie am Donnerstag in Frankfurt bekannt wurde.

Mang: Keine Sparkasse in "existenzielle Schwierigkeiten"

Die Unterstützung durch den SVN soll nicht auf Kosten der Institute in Niedersachsen gehen, sagte Mang am Donnerstag in Hannover. Landesweit werde durch die geplante Großinvestitionen keine Sparkasse in "existenzielle Schwierigkeiten" geraten. Die 42 Institute hätten allerdings bereits in den vergangenen Jahren ihre Anteile an der Nord/LB von rund 1,2 Milliarden Euro "auf einen Erinnerungswert von einem Euro" abgeschrieben. Die Auffanglösung bedeute einen Kraftakt für alle Beteiligten, sei unter lauter schwierigen Alternativen aber die beste Lösung, so der SVN-Präsident.

Deutsche Hypo soll abgegeben werden

Ende Januar hatte der Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) eine Auffanglösung zur Rettung der Nord/LB vorgelegt. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) kündigte später an, dass sich das Land als größter Eigner der Nord/LB mit 2,5 Milliarden Euro beteiligen will. Zum Rettungskonzept gehöre zudem, dass die Bank umstrukturiert werde. Sie solle kleiner und regionaler werden und mit weniger Personal auskommen. SVN-Präsident Mang geht von einer Halbierung des Geldinstituts aus. Nach seinen Angaben soll die Deutsche Hypothekenbank aus der Nord/LB herausgelöst und an andere Landesbanken abgegeben oder verkauft werden. Zur geplanten "Redimensionierung" der Bank zählt Mang auch eine bis 2022 anvisierte Loslösung der Braunschweigischen Landessparkasse.

Gemeinsame Kabinettssitzung am Dienstag

Die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen treffen sich am kommenden Dienstag zu einer gemeinsamen Kabinettssitzung auf Gut Zichtau in der Altmark (Sachsen-Anhalt). Bei dem Treffen der beiden Anteilseigner der Nord/LB soll es auch um die Rettung der Landesbank gehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.02.2019 | 17:00 Uhr

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