Stand: 03.02.2019 09:51 Uhr

Nord/LB: Grünes Licht für Sparkassen-Einstieg

Monatelang haben die Anteilseigner - unter anderem das Land Niedersachsen - über die Zukunft der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) verhandelt. Nun wird es konkreter: Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass das Land Niedersachsen und die deutschen Sparkassen mit Milliardenzuschüssen einspringen wollen, um die kriselnde Landesbank zu stützen, hat am Sonnabend der Aufsichtsrat der Lösung zugestimmt. Nach einer Sitzung des Gremiums in Hannover hieß es, der Weg sei richtig, um die Nord/LB neu aufzustellen. Das Angebot zweier privater Investoren werde zurückgestellt, stattdessen fokussiere man sich auf eine gemeinsame Lösung mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), hieß es in einer Mitteilung der Nord/LB.

Abtrennung der BLSK bis 2022

Wie die neue, regionalere Nord/LB aussehen soll, ist im Detail noch nicht klar. Dazu soll es in den kommenden Wochen weitere Gespräche zwischen der Landesbank, dem Land Niedersachsen und den deutschen Sparkassen geben. Die Braunschweigische Landessparkasse (BLSK), die Teil der Nord/LB ist, soll mittelfristig aus der Bank herausgelöst werden. Für diesen Schritt habe man sich das Jahr 2022 zum Ziel gesetzt, sagte Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Nord/LB dem NDR. Bis dahin werde man eine Lösung finden, wie das Sparkassenwesen in Braunschweig bestehen bleibt, sagte Mang am Sonnabend in Hannover.

Bank will faule Schiffskredite bis Ende 2019 abbauen

Auch beim Abbau belastender Schiffskredite macht die Nord/LB aus Sicht ihres Vorstandsvorsitzenden Thomas Bürkle inzwischen gute Fortschritte. Ein erstes Paket habe die Bank jetzt an einen Privatinvestor verkauft. Bis Ende des Jahres sollen dann fast alle faulen Schiffskredite im Wert von mehr als 7 Milliarden Euro abgebaut sein.

Sondersitzung des Landtags

Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats, äußerte sich ebenfalls optimistisch. Man komme Schritt für Schritt voran, sagte Hilbers im Hinblick auf Gespräche mit Bankenbehörden und Europäischer Kommission. Am Dienstag wird sich der Landtag zudem in einer Sondersitzung mit der Zukunft der Nord/ LB befassen.

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Nord/LB soll kleiner werden

Notwendige Veränderungen für die Nord/LB hatten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Finanzminister Hilbers bereits bei einer Pressekonferenz am Freitag angekündigt. Neben Stellenstreichungen und einer Herauslösung des Schiffsportfolios wurde betont, dass das Institut regionaler und kleiner werden müsse. Die schwierige Lage der Nord/LB führt dazu, dass die Landesbank für 2018 ein dickes Minus von fast 3 Milliarden Euro unter ihre Bilanz schreiben muss.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.02.2019 | 10:00 Uhr