Touristen laufen durch die Lüneburger Heide. © picture alliance/dpa/Philipp Schulze Foto: Philipp Schulze

Niedersachsens Tourismus schrumpft und belegt Platz drei

Stand: 02.03.2021 14:50 Uhr

In Folge der Corona-Pandemie sind überall die Übernachtungszahlen massiv eingebrochen. Im Bundesländer-Vergleich schneidet Niedersachsen noch gut ab und belegt den dritten Platz.

Die vergangenen sechs Jahre ging es nur nach oben. Dann kam der Einbruch: Im vergangenen Jahr wurden 30 Millionen Übernachtungen nach Angaben des Landesamts für Statistik zwischen Harz und Nordsee gezählt - ein Minus von 35 Prozent. Die Zahl der Gäste ging um mehr als 43 Prozent zurück. Besonders stark ging demnach die Zahl der ausländischen Touristen zurück. Sie sank um mehr als 63 Prozent.

Auch Nordseeküste macht Minus - aber das geringste

Mit Lockerungen der Corona-Auflagen nahm der Inlandstourismus in der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt auf und sorgte regional auch für Zuwächse, wie die Tourismus-Marketing Niedersachsen GmbH (TMN) mitteilte. Diese konnten die Gesamtverluste aber nicht ausgleichen. So seien von dem Einbruch alle Regionen betroffen, auch die niedersächsische Nordseeküste mit den Ostfriesischen Inseln, heißt es. Die Küste musste aber mit einem Minus von 28,9 Prozent bei den Übernachtungen die niedrigsten Verluste verkraften.

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Niedersachsen hinter Bayern und Baden-Württemberg

Für Niedersachsen bedeutet der bundesweite Einbruch bei den Übernachtungszahlen aber ein Platz auf dem Treppchen. Da die Verluste in anderen Bundesländern teilweise noch höher ausfallen, zieht Niedersachsen auf den dritten Platz - und liegt damit vor Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Auf den Plätzen eins und zwei liegen Bayern und Baden-Württemberg.

"Tourismus kämpft ums Überleben"

Doch auch die Bronzemedaille kann nicht über die aktuelle Krise hinwegtäuschen. "Der niedersächsische Tourismus kämpft derzeit ums Überleben. Ein zweites Ausnahmejahr wie 2020 werden viele Betriebe trotz der bisher bewilligten Fördersummen für Tourismus und Gastronomie nicht überstehen", so die TMN-Geschäftsführerin Meike Zumbrock. "Das Ziel sollte sein, unter strikter Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitskonzepte schnellstmöglich Lockerungen zu ermöglichen, damit die Betriebe einen Teil der Verluste wieder auffangen und ihre Existenz sichern können."

Camping wird auch 2021 boomen

Das Thema Sicherheit dürfte bei der Auswahl des Reiseziels sowohl in 2021 als auch nach Ende der Pandemie eine große Rolle spielen, heißt es von der TMN. Außerdem gehen die Experten davon aus, dass Camping-Urlaub auch in diesem Jahr sehr gefragt sein wird. Mit einem Minus von zwölf Prozent hat diese Urlaubsform im vergangenen Jahr die geringsten Verluste erlitten. Mit den Nationalparks Harz und Wattenmeer, vierzehn Naturparks und zahlreichen Rad- und Wanderwegen könnte Niedersachsen zudem weiter vom Trend zum naturnahen Urlaub profitieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 02.03.2021 | 15:00 Uhr

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