Niedersachsens Stufenplan: Was geht bei welcher Inzidenz?

Stand: 11.05.2021 10:44 Uhr

Niedersachsens Landesregierung hat den "Corona-Stufenplan 2.0" für weitere Öffnungen vorgestellt. Welche der drei Stufen gilt, hängt von der Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt ab.

Der Stufenplan solle den verschiedenen Bereichen eine Perspektive bieten, worauf sie sich bei sinkenden Infektionszahlen einstellen könnten, erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) in der Kabinettspressekonferenz am Montag. Je niedriger die Inzidenz ist, umso mehr Öffnungen in den einzelnen Bereichen und Freiheiten für die Bürger seien möglich.

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Besucher eines Cafés warten im Hamburger Schanzenviertel auf eine Bedienung. © picture alliance / dpa Foto: Axel Heimken

"Corona-Stufenplan 2.0" soll weitere Lockerungen ermöglichen

Diese hängen von der Inzidenz ab. Hier der Plan zum Download. Download (122 KB)

Diese drei Stufen gibt es:

  • Stufe 1: Inzidenz zwischen 10 und 35 - erhöhtes Infektionsgeschehen
  • Stufe 2: Inzidenz zwischen 35 und 50 - hohes Infektionsgeschehen
  • Stufe 3: Inzidenz zwischen 50 und 100 - starkes Infektionsgeschehen

Inzidenz drei Tage über 100: Bundesnotbremse greift

Steigt das Infektionsgeschehen an drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt auf mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, tritt die sogenannte Bundesnotbremse in Kraft. Im Stufenplan ist dieser Schritt deshalb nicht mehr enthalten. Sinkt der Inzidenzwert an fünf Werktagen in Folge unter 100 - wobei Wochenenden die Zählung der Werktage nicht unterbrechen -, geht es zurück in Stufe 3. In der aktuell gültigen Corona-Verordnung sind nur die Lockerungen für Stufe 3 aufgeführt. Stufe 1 und 2 sollen in die nächste Verordnung mit aufgenommen werden, die spätestens ab dem 31. Mai gelten soll.

Stufe 3: Beispiele für Lockerungen in einzelnen Bereichen

  • Gastronomie: Außengastronomie darf öffnen
  • Tourismus: Menschen mit Erst- oder Zweitwohnsitz dürfen Urlaub in Niedersachsen machen
  • Einzelhandel: Öffnungen ohne vorherigen Terminvereinbarungen möglich
  • Kultur: Sitz-Veranstaltungen im Freien mit maximal 250 Teilnehmern erlaubt

Stufe 2: Beispiele für Lockerungen in einzelnen Bereichen

  • Gastronomie: Innenbereich darf unter Einschränkungen wieder öffnen
  • Tourismus: Besucher aus anderen Bundesländern dürfen kommen
  • Kultur: Veranstaltungen im Innenbereich werden möglich
  • Sport: Freibäder dürfen öffnen
  • Spielbanken dürfen öffnen

Stufe 1: Beispiele für Lockerungen in einzelnen Bereichen

  • Gastronomie: Einschränkungen werden weiter reduziert
  • Kultur: Stationäre und nicht stationäre Outdoor-Veranstaltungen sind nach erteilter Genehmigung möglich
  • Sport: auch Hallenbäder dürfen für private Nutzung öffnen

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Behrens: "Wir gehören in Niedersachsen zum Team Vorsicht"

"Wir müssen vorsichtig vorgehen, damit uns die Inzidenz nicht wieder durch die Decke geht", sagte Behrens. "Wir gehören in Niedersachsen zum Team Vorsicht." Aus diesem Grund sollen viele Öffnungsschritte zunächst erst draußen erfolgen und von einer konsequenten Teststrategie begleitet werden. Auch die bereits eingeübten Hygienemaßnahmen müssten weiterhin eingehalten werden. In der aktuellen Corona-Verordnung habe man in einem ersten Schritt viele Bereiche geöffnet, sagte Behrens. Für manche sei die Vorbereitungszeit zu knapp gewesen. Deshalb solle der Stufenplan künftig den Menschen, Institutionen, Betrieben und Einrichtungen in Niedersachsen aufzeigen, welche Perspektiven es bei weiter sinkendem Infektionsgeschehen gibt.

Gesundheitsministerin: Testkapazitäten reichen aus

Die Landesregierung ist der Auffassung, dass die Testkapazitäten in Niedersachsen ausreichen, um alle Menschen an den Möglichkeiten teilhaben zu lassen. Landesweit waren vergangene Woche 480 Testeinrichtungen in Betrieb. Zahlreiche weitere Teststellen seien beantragt, hinzu komme die Testung in Betrieben, wobei eine Bescheinigung über ein negatives Testergebnis auch außerhalb des Arbeitsumfelds genutzt werden könne. Darüber hinaus könne der Handel selbst Tests anbieten. "Das Ziel ist, dass wir die Infektionsketten gut im Griff haben, damit wir einen guten Sommer haben", sagte Behrens. Der Knackpunkt sei der Herbst. Darauf wolle man gut vorbereitet sein, um nicht wieder mit einem drastisch steigenden Infektionsgeschehen wie im vergangenen Jahr konfrontiert zu werden. Helfen sollen dabei eine gute Test-Infrastruktur sowie Impfungen. Bis zum Herbst sollen laut Behrens alle die wollen, vollständig geimpft sein.

Ziel: Ein Leben ohne Verordnung und Stufenplan

Am Ende stehe das Ziel, die Verordnung und den Stufenplan abschaffen zu können, weil die Inzidenz sich nahe null bewegt, sagte Behrens. "Aber bis es so weit ist, braucht es noch etwas Zeit." Im Moment sei beispielsweise noch unklar, wann die Impfungen aufgefrischt werden müssten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.05.2021 | 14:00 Uhr

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