Ein Polizist trägt eine der neuen Bodycams der Polizeidirektion Osnabrück. © dpa - Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Niedersachsens Polizei setzt vermehrt auf Bodycams

Stand: 10.08.2021 12:12 Uhr

Seit Mai ist bei der Polizei in Niedersachsen der Einsatz sogenannter Bodycams - Körperkameras - erlaubt. Inzwischen haben die Behörden im Land Stand Mai 885 Geräte im Einsatz, 385 mehr als im Januar.

Zudem gebe es 258 sogenannte Docking- oder Übertragungsstationen, wie das niedersächsische Innenministerium in Hannover mitteilte. Nach Dienstschichten spielen die Beamten die Aufnahmen über die Dockingstationen auf einen Server in Hannover. Sind diese in der Folge nicht Teil von Ermittlungsverfahren, wird das Videomaterial nach 28 Tagen gelöscht.

In Niedersachsen sind 855 Körperkameras im Einsatz

  • Polizeidirektion Lüneburg: 244 Körperkameras
  • Polizeidirektion Oldenburg: 153 Körperkameras
  • Polizeidirektion Hannover: 145 Körperkameras
  • Polizeidirektion Göttingen: 123 Körperkameras
  • Polizeidirektion Braunschweig: 106 Körperkameras
  • Polizeidirektion Osnabrück: 106 Körperkameras
  • Zentrale Polizeidirektion: 3 Körperkameras
  • Niedersächsische Polizeiakademie: 5 Körperkameras

Gewerkschaft begrüßt flächendeckenden Einsatz

Die Gewerkschaft der Polizei ist mit dem flächendeckenden Einsatz von Bodycams bei Polizistinnen und Polizisten in Niedersachsen zufrieden, sagte ein Sprecher. Man wünsche sich allerdings, dass Körperkameras noch mehr Zuspruch bekämen. Aktuell sei die Bodycam noch kein Standard für alle Beamten. Die Ausrüstung müsse auf dem neuesten Stand sein. "Wenn es technisch aktuell bleiben soll, dann muss es in die Budgetplanung eingepreist werde", sagte der Sprecher.

Video Teil von Ermittlungen in Göttingen

Die Kameras sollen der Beweissicherung und dem Schutz von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten dienen, heißt es aus dem Ministerium. Aktuell sind Aufnahmen Teil eines Ermittlungsverfahrens, das die Polizei aus Hildesheim gegen Göttinger Kollegen führt. Bei einer Personenkontrolle in der Innenstadt hatten Fahnder einen Mann zu Boden gedrückt, nachdem dieser sich geweigert hatte, seine Identität feststellen zu lassen. Die Aufnahmen sollen zeigen, dass der Mann die Beamten bedroht und mindestens einen körperlich angegriffen habe. Die Ermittlungen in dem Fall seien noch nicht beendet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen dazu.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.08.2021 | 10:00 Uhr

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