Der Lüneburger Weihnachtsmarkt im Dunkeln aus der Vogelperspektive. © picture alliance/dpa Foto: Philipp Schulze

Niedersachsen will Weihnachtsmärkte wieder ermöglichen

Stand: 01.10.2021 17:15 Uhr

Im vergangenen Winter waren sie wegen der Pandemie ausgefallen - in diesem Jahr sollen Weihnachtsmärkte in Niedersachsen wieder stattfinden können. Das Land überarbeitet dafür die Corona-Verordnung.

Eine entsprechende Spezialregelung werde derzeit vorbereitet, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Sie soll bereits Mitte nächster Woche in Kraft treten. Der Zeitpunkt Anfang Oktober soll Städten und Schaustellern bei ihren entsprechenden Planungen helfen. Gerade die Schausteller-Branche habe während der gesamten Pandemie stark gelitten, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Für die umsatzstarke Zeit der Weihnachtsmärkte bräuchten sie jetzt eine Perspektive.

3G-Regel vorgesehen

In welcher Form Weihnachtsmärkte möglich sein werden, steht noch nicht fest. Generell seien die Anwendung der 3G-Regel, Zugangskontrollen sowie Sicherheits- und Hygienekonzepte vorgesehen, sagte Kathrin Riggert, stellvertretende Regierungssprecherin, am Freitag. Demnach müssten Besuchende unter freiem Himmel keine Maske tragen. Wie die Konzepte im Detail umgesetzt werden, sei aufgrund noch laufender Rückmeldungen der Kommunen und Schausteller noch offen, so Riggert.

Viele offene Fragen

Viele Fragen sind allerdings noch offen. Essen und Trinken soll auf Herbst- und Weihnachtsmärkten nicht in vollständig geschlossenen Räumen oder in Buden möglich sein, wie aus einem Verordnungsentwurf hervorgeht. Zwischen zwei Ständen soll es mindestens fünf Meter Abstand geben. Dem Entwurf zufolge sollen diese Regelungen kommende Woche Mittwoch in Kraft treten. Zudem sollen Betreiberinnen und Betreiber Maßnahmen ergreifen, wie der Besucherverkehr geregelt werden kann - etwa durch die sogenannte Einbahnstraßenregelung.

Glühwein? Oder doch nicht?

Ob auch Alkohol, etwa der beliebte Glühwein, ausgeschenkt werden darf, ist dem Entwurf nicht zu entnehmen. "Ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist kein Weihnachtsmarkt", sagte Fred Hanstein, Präsident des Landesverbandes der Markt- und Schaustellerbetriebe. Er sei jedoch erleichtert, dass die Weihnachtsmärkte stattfinden sollen. Hanstein sagte, dass die Branche Personalengpässe habe. Viele Beschäftigten hätten sich in der Corona-Krise einen anderen Job gesucht.

Kritik von der FDP

Susanne Schütz, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, sagte zu den geplanten Regelungen: "Einlasskontrollen und Absperrungen lassen sich in den Fußgängerzonen wohl kaum umsetzen. Und ein Weihnachtsmarkt, der außerhalb, umzäunt und mit Zugangskontrollen stattfindet, dürfte deutlich an Attraktivität einbüßen."

Planungen laufen - unter Vorbehalt

In Städten hatten die Planungen zu den Weihnachtsmärkten bereits begonnen, wenn auch vielfach unter dem Vorbehalt, wie sich die Pandemie weiterentwickelt. "Bis jetzt plant die Stadtverwaltung, dass der Weihnachtsmarkt in der Altstadt stattfinden wird", hatte etwa ein Sprecher der Landeshauptstadt Hannover im August gesagt. In Göttingen waren seinerzeit ebenfalls bereits vorläufige Genehmigungen für die Standbetreiber erteilt worden.

Weitere Informationen
Weihnachtsmarkt an der Marktkirche in Hannovers Altstadt © HMTG Foto: Christian Wyrwa

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In Hannover, Hameln, Celle und Hildesheim sollen dieses Jahr Märkte stattfinden. Die Städte planen unter Vorbehalt. (08.09.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.10.2021 | 13:00 Uhr

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