Stand: 19.10.2018 21:44 Uhr

Niedersachsen will einheitliche Wolfskontrolle

Niedersachsen will den Umgang mit dem Wolf künftig bundesweit einheitlich regeln - und auch das Töten problematischer Tiere erleichtern. Dafür bringt das Land einen von Brandenburg und Sachsen unterstützten Entschließungsantrag in den Bundesrat ein. "Der Wolf hat einen sehr hohen Schutzstatus, er ist in Deutschland angekommen und wird auch bleiben", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Doch dürften die Menschen und gerade die in den ländlichen Regionen, die vor großen Herausforderungen stünden, nicht allein gelassen werden. "Bei einem Überhandnehmen von Übergriffen auf geschützte Weidetiere muss es möglich sein, die Tötung eines Wolfs rechtssicher durchzuführen", so Lies.

NABU ist gegen Abschuss

Um die Akzeptanz des Wolfes zu erhalten, sei eine angepasste und nachhaltige Entnahme notwendig, sagte auch Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft und Mitglied im Präsidium des Deutschen Jagdverbands (DJV). Nach Auffassung des DJV solle der Wolf ins Bundesjagdgesetz überführt werden - aber nicht, um den Wolf regulär zu bejagen: Vielmehr sei das Jagdrecht sowohl Schutzrecht als auch Instrument zur Lösung von Konflikten und zum Ausgleich von Interessen. Kritik kommt vom Naturschutzbund (NABU): "Wir halten nichts davon, den strengen Schutzstatus aufzuweichen", sagt NABU-Wolfsexpertin Marie Neuwald. Zwar stehe die Sicherheit des Menschen im Vordergrund. Es gebe aber bereits genug Möglichkeiten, Wölfe mit auffälligem Verhalten zu entnehmen.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) im Bundesrat. © NDR

"Wolf schützen, Gefahren nicht unterschätzen"

NDR Info - Aktuell -

Mehrere Bundesländer haben ein "nationales Konzept zum Umgang mit dem Wolf" gefordert. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies erklärte die Forderung im Interview auf NDR Info.

2,33 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Prämie für Weidetierhaltung?

Laut dem Entschließungsantrag Niedersachsens soll zudem bundesweit geprüft werden, wie weit sich Wölfe menschlichen Einrichtungen nähern dürfen. Auch soll es möglich werden, wolfsfreie Bereiche zu definieren. Desweiteren sollen Vorbeugemaßnahmen der Tierhalter nach Möglichkeit vollständig gefördert und die Weidetierhaltung per Prämie honoriert werden.

Weitere Informationen
02:40

Lies: "Wir wollen den Schutz fördern"

Der Bundesrat hat am Freitag über den künftigen Umgang mit dem Wolf beraten. Sowohl der Wolf als auch die Weidetiere müssten geschützt werden, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Video (02:40 min)

Niedersachsen will Abschuss von Wölfen erleichtern

Niedersachsen will den Umgang mit problematischen Wölfen verschärfen und die Entnahme vereinfachen. Das Kabinett hat am Dienstag eine entsprechende Bundesratsinitiative beschlossen. (25.09.2018) mehr

Schäfer mit Waffen gegen Wolf? Ministerium warnt

Dürfen Schäfer bald selbst zur Waffe greifen, um den Wolf zu vergrämen? Das zumindest fordert der Förderverein der Deutschen Schafhaltung. Das Umweltministerium warnt davor. (30.08.2018) mehr

Seit 2017: Wölfe kosten Land 1,4 Millionen Euro

Die Rückkehr der Wölfe hat das Land seit Anfang 2017 insgesamt 1,4 Millionen Euro gekostet. Unter anderem wurden Präventionsmaßnahmen und DNA-Analysen bezahlt. (22.08.2018) mehr

Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe stagniert

Die Zahl der nachgewiesenen Nutztierrisse in Niedersachsen stagniert, während es immer mehr Wölfe gibt. Bis zu 200 Wölfe in 18 Rudeln soll es geben. 2017 waren es 150 Tiere in zehn Rudeln. (15.08.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 19.10.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:29
Hallo Niedersachsen

Wintereinbruch: Neuschnee im Harz

19.11.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
03:15
Hallo Niedersachsen

Der zahme Kranich "Grus"

19.11.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
05:41
Hallo Niedersachsen

Einsatz für Kinder: 50 Jahre terre des hommes

08.01.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen