Heiner Bartling (l.), Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V, und Boris Pistorius (SPD), Innenminister Niedersachsen, stehen neben einem Plakat mit Aufschrift "Bäume springen nicht beiseite!" © Julian Stratenschulte/dpa Foto: Julian Stratenschulte

Niedersachsen startet Kampagne gegen zu schnelles Autofahren

Stand: 21.06.2021 13:00 Uhr

Mit einer neuen Kampagne gegen überhöhte Geschwindigkeit will Niedersachsen vor allem junge Fahrerinnen und Fahrer ansprechen. Gewarnt wird insbesondere vor dem Risiko eines Baumunfalls.

"Außerhalb geschlossener Ortschaften passieren die meisten tödlichen Unfälle, und das Risiko zu sterben, ist fünfmal höher, wenn es einen Zusammenstoß mit einem Baum gibt", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag. Im vergangenen Jahr war bei jedem dritten tödlichen Unfall auf niedersächsischen Straßen ein Auto gegen einen Baum gefahren. Insgesamt waren es 121 von 370 Verkehrstoten, davon 31 Todesopfer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren.

"Wir entscheiden selbst, wie schnell wir fahren"

Auf Landstraßen zu schnell fahren, falsch überholen oder unaufmerksam sein, könne schnell lebensgefährlich werden, mahnte Pistorius. Darauf soll die landesweite Infokampagne "Mein Tempo - Mein Leben" hinweisen - mit Plakaten und in den Sozialen Medien, wie Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht, sagte. "Ein Baum kann und wird nicht ausweichen, und wir entscheiden selbst, wie schnell wir fahren." Bei der Kampagne handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Landesverkehrswacht Niedersachsen, des niedersächsischen Innen- und Verkehrsministeriums.

Mahnung: Blick aufs Handy kann tödliche Folgen haben

Bartling und Pistorius betonten, dass auf Landstraßen zwar eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde zugelassen ist, dass dies aber nicht der Maßstab sein sollte. Bei schlechtem Wetter, rutschigen Straßen oder blendender Sonne gelte es, das Tempo anzupassen, so Pistorius: "Am Ende entscheidet derjenige, der am Steuer sitzt und den Fuß am Gaspedal hat, was passiert und wovon er sich ablenken lässt, ob vom Handy oder sonst irgendetwas." Auch Bartling mahnte: Eine kurze Unaufmerksamkeit durch einen Blick auf das Handy könne tödliche Folgen haben.

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Aktuell | 21.06.2021 | 12:00 Uhr

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