Niedersachsen schraubt an Corona-Test-Regeln: Kritik bleibt

Stand: 07.05.2021 15:52 Uhr

Nach Protesten aus Einzelhandel, Tourismus und Gastronomie will die niedersächsische Landesregierung beim Corona-Test-Konzept mehr möglich machen. Den Branchen geht das aber nicht weit genug.

Für das Einkaufen soll künftig neben einem qualifizierten Test auch ein unter Aufsicht vorgenommener Test im Geschäft oder vom Arbeitgeber für den Besuch eines Ladens ausreichen. Dennoch spricht der Handelsverband Harz-Heide von einer Katastrophe für den Einzelhandel. Die Regelungen verunsicherten die Kundinnen und Kunden, sodass viele wahrscheinlich ganz auf das Einkaufen verzichten würden, heißt es von dem Verband.

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Eine Person hält einen Corona-Schnelltest in der Hand. © picture alliance/dpa/Fabian Strauch Foto: Fabian Strauch

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Für den Besuch von Einzelhandel und Gastronomie sollen künftig auch unter Aufsicht vorgenommene Schnelltests ausreichen. mehr

Gastronomie: Test vor Ort unter Aufsicht ausreichend

Auch für die Gastronomie soll künftig die Regel gelten: Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht ein aktuelles negatives Testergebnis. Auch hier reicht ein negativer Selbsttest, der zu Hause gemacht wurde, nicht aus. Wer essen gehen möchte, kann aber vor Ort unter Aufsicht des Personals einen Schnelltest machen. Restaurant-Betreiber sollen dann das negative Ergebnis schriftlich bestätigen. Der Kreisverband Lüneburg des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) hält das für zu kompliziert. Unklar sei unter anderem, wie ein Gast eine Genesung nachweisen könne.

Tourismus-Branche will Gäste aus allen Bundesländern aufnehmen

In Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Ferienwohnungen sollen die Gäste einen Test bei der Anreise machen und dann zwei weitere Tests pro Woche. Die Marketinggesellschaft Lüneburger Heide begrüßt zwar, dass künftig doch nicht jeden Tag getestet werden soll. Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch kritisierte aber, dass die Regierung an der "Landeskinder"-Regel festhält, weshalb Hoteliers und Ferienhausbesitzer vielen Gästen aus anderen Bundesländern absagen müssten, die bereits gebucht hatten.

Staatskanzlei: Vierte Welle würde Sommer-Tourismus gefährden

Carola Schmidt vom Harzer Tourismusverband gibt zu bedenken, dass es in vielen kleinen Orten gar kein Testzentrum gibt. Außerdem wollten sich die Gäste im Urlaub erholen und nicht den ganzen Tag für neue Tests unterwegs sein. Zudem sei der Aufwand für die Betriebe enorm groß, die Tests zu kontrollieren. Die Staatskanzlei mahnt jedoch zur Vorsicht: Wenn zu früh zu weit gelockert wird und es eine vierte Welle geben sollte, gefährde das auch den Sommer-Tourismus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 07.05.2021 | 15:00 Uhr

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