Vor einer Bar im Hamburger Stadtteil St. Georg steht ein Hinweisschild, welches auf den Einlass nach der 2G-Regel hinweist. © dpa Foto: Axel Heimken

Niedersachsen plant 2G-Pflicht bei höherer Corona-Warnstufe

Stand: 17.09.2021 09:35 Uhr

Nächste Woche tritt in Niedersachsen eine neue Corona-Verordnung in Kraft - die soll dann auch die Maßnahmen für die Warnstufen 2 und 3 enthalten. Laut Entwurf wird 2G eine bedeutende Rolle spielen.

Gelten soll die 2G-Pflicht ab Warnstufe 2 für die Innengastronomie und größere Veranstaltungen ab 1.000 Besuchern - so sieht es der Entwurf der neuen Verordnung vor. Die Gäste müssen dann entweder genesen oder vollständig geimpft sein, um im Innenbereich eines Restaurants sitzen zu dürfen. Die 2G-Pflicht soll demnach auch für Kellner und Kellnerinnen, Köchinnen und Köche gelten. Für den Außenbereich bräuchten Ungeimpfte bei Warnstufe 2 einen negativen Test. Ab der Warnstufe 3 würde ein Schnelltest nicht mehr ausreichen, dann müssen die Gäste das negative Ergebnis eines genaueren, aber auch teureren PCR-Tests vorweisen.

PCR-Test für Frisör, Kino, Fitnessstudio ab Warnstufe 2

Auch beim Frisör-Besuch, im Kino oder Fitnessstudio reichen ab Warnstufe 2 dem Entwurf zufolge Schnelltests nicht mehr aus. Kunden und Besuchende müssten auch dort einen negativen PCR-Test vorweisen. Für Diskotheken, Clubs und Shishabars sieht das Land, wie für die Gastronomie, eine 2G-Pflicht vor. Beim Erreichen der dritten Warnstufe müssten diese Einrichtungen dem Entwurf zufolge wieder ganz schließen.

Keine größeren Einschränkungen für Geimpfte und Genesene

Für Geimpfte und Genesene werden die Regeln im Grunde nicht weiter verschärft. Lediglich müssen auch sie dem Entwurf zufolge ab den höheren Warnstufen mancherorts eine FFP2-Maske tragen. Eine einfache OP-Maske reicht dann in gewissen Bereichen nicht mehr aus.

Maskenpflicht im Unterricht soll für 1. und 2. Klasse entfallen

An den Schulen sollen nach derzeitigem Stand die jetzt geltenden Regeln weitergeführt werden: Drei Selbsttests pro Woche für alle Ungeimpften und nicht Genesenen und eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Klassen sollen künftig ihre Masken im Unterricht abnehmen dürfen. Nach den Herbstferien plant das Land, alle Schülerinnen und Schüler noch einmal eine Woche lang täglich zu testen.

Tonne: Wechselunterricht und Homeschooling nicht geplant

Generell peilt Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) für den Winter in der Schule so viel Normalität wie möglich an. "Wir wollen die Schulen offen halten", sagte er der "Neuen Presse". Zwar könne er "nichts versprechen", aber ein landesweites Szenario B (Wechselunterricht) oder C (Homeschooling) sei nicht geplant. Einzelne Schüler oder auch mal Klassen könnten in Quarantäne gehen, "aber nicht die gesamte Schule und erst recht nicht der ganze Landkreis", so Tonne weiter. Inzwischen seien 95 Prozent der Lehrkräfte vollständig geimpft und 45 Prozent der 12- bis 17-Jährigen hätten mindestens die Erstimpfung erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.09.2021 | 09:00 Uhr

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