Stand: 27.01.2020 10:49 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Niedersachsen leiden wieder häufiger unter Krätze

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Krätze ist nicht gefährlich, aber durch das Jucken sehr unangenehm.

In Niedersachsen erkranken offenbar verstärkt Menschen an Krätze. Davon geht das Landesgesundheitsamt aus. Weil es keine allgemeine Meldepflicht gibt, können die Behörden keine konkreten Zahlen nennen. Allerdings müssen seit Sommer 2017 neben Kitas und Schulen auch viele andere Gemeinschaftseinrichtungen Fälle ans örtliche Gesundheitsamt melden - und dort haben sich die Zahlen mitunter verdoppelt. Die durch Skabiesmilben verursachte Hautkrankheit ist zwar nicht gefährlich, aber durch den starken Juckreiz sehr unangenehm für Betroffene.

Verdoppelung der Fälle in der Region Hannover

In der Region Hannover ist die Zahl der Krätze-Meldungen stark gestiegen. Waren es 2017 noch 218, registrierte die Behörde 2018 bereits 370 und 2019 514 Fälle. Zuletzt entfielen davon 77 Prozent auf Kitas und Schulen. Wie eine Behördensprecherin sagte, nehmen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes grundsätzlich Kontakt zu den betroffenen Einrichtungen auf, um sie zu beraten.

Im Kreis Osnabrück zuletzt weniger Erkrankungen

Nach einem starken Anstieg sind die gemeldeten Fälle in der Stadt und im Landkreis Osnabrück im vergangenen Jahr zurückgegangen. Wie ein Landkreissprecher sagte, waren es 2017 insgesamt 125 Meldungen und 2018 schon 424 Fälle. Im vergangenen Jahr wurden 391 Fälle übermittelt. Am häufigsten waren dem Sprecher zufolge Kinderbetreuungs- und Altenpflegeeinrichtungen betroffen - wegen der intensiveren Körperkontakte.

Langer Hautkontakt für Übertragung nötig

Symptome für Krätze sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) brennende und juckende Haut, besonders nachts. Zudem bildeten sich stecknadelgroße Bläschen, gerötete Knötchen oder Pusteln. Um sich anzustecken, müsse man mindestens zehn Minuten Hautkontakt zu einer erkrankten Person haben. Die Inkubationszeit liegt laut RKI bei zwei bis fünf Wochen. Skabies werden demnach mit Salben und gegebenenfalls Tabletten behandelt. Die Parasiten selbst sind nicht gefährlich, allerdings können infolge des Kratzens Keime in den Körper dringen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.01.2020 | 07:00 Uhr

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