Niedersachsen erhält Nachschub für Grippe-Impfung

Stand: 27.10.2020 09:59 Uhr

Die Nachfrage nach einer Grippe-Impfung ist in diesem Jahr besonders groß. Noch in dieser Woche sollen in Niedersachsen etwa 200.000 Grippe-Impfdosen an Ärzte ausgeliefert werden.

Matthias Pulz, Leiter des Landesgesundheitsamtes, bestätigte NDR 1 Niedersachsen, dass dieses Jahr der Grippeschutz stark nachgefragt wird. Laut Kassenärztlicher Vereinigung sind die ersten 1,2 Millionen Dosen in Niedersachsen weitgehend aufgebraucht. In vielen Praxen häufen sich bereits die Nachfragen nach einem Impftermin. So ließen sich auch Menschen impfen, die nicht zu den Risikogruppen gehören. Dies könnte zu einer Verknappung des Impfstoffes führen, sagte Pulz.

Hohe Impfquote hilft am Ende allen

Zwar soll Mitte November noch eine weitere Million Impfdosen an niedersächsische Praxen verteilt werden. Doch auch Jens Wagenknecht vom Hausärzteverband in Niedersachsen geht davon aus, dass der Impfstoff nicht für alle reichen wird, die sich gerne impfen lassen würden. Das sei aber kein Grund zur Panik. Denn eine vergleichsweise hohe Impfquote helfe am Ende allen - auch den Ungeimpften. Sollten sich in dieser Saison rund zweieinhalb Millionen Niedersachsen impfen lassen, wären das mehr als doppelt so viele wie in der vergangenen Grippe-Saison. Dementsprechend kann sich laut Wagenknecht auch das Virus schlechter verbreiten. Obendrein würden die Corona-bedingten Hygieneregeln auch gegen das Grippevirus helfen.

Experten fürchten Aufeinandertreffen von Grippe und Corona

Die niedersächsische Landesregierung will in diesem Jahr viele Menschen dazu motivieren, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. So soll verhindert werden, dass zusätzlich zu den Corona-Patienten auch viele Grippepatienten mit schweren Verläufen im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Ständige Impfkommission des Bundes empfiehlt vor allem Menschen über 60, Schwangeren und chronisch Kranken, sich impfen zu lassen. Auch Kinder, die zum Beispiel Asthma oder Diabetes haben, sollten geimpft werden, heißt es. Denn für all diese Gruppen sei das Risiko größer, dass sie schwer an der Grippe erkranken - ähnlich wie auch im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus.

Impfung notwendiger für Risikogruppen

Auch Pflegekräfte, medizinisches Personal und andere Menschen, die mit Personen aus diesen Risikogruppen arbeiten, sollten sich impfen lassen, so die Empfehlung. Es sei zwar grundsätzlich gut, dass sich in diesem Jahr auch viele andere Menschen impfen lassen wollten, sagte Putz vom Landesgesundheitsamt. Aber für sie sei die Impfung nicht so notwendig wie für die Risikogruppen. Für alle anderen gebe es keine Notwendigkeit.


27.10.2020 09:59 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags stand, Gesundheitsministerin Reimann habe am Montag gemeinsam mit Landesgesundheitsamts-Chef Pulz die Kampagne "Niedersachsen macht die Grippe platt" vorgestellt. Dieser Termin, der im Vorfeld angekündigt worden war, fand jedoch nicht statt. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.10.2020 | 08:00 Uhr

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