VIDEO: Neue Wolfsverordnung in Niedersachsen (1 Min)

Niedersachsens Wolfsverordnung kurz vor Veröffentlichung

Stand: 11.11.2020 06:47 Uhr

Die neue Wolfsverordnung soll in Kürze in Kraft treten, heißt es aus der Landesregierung. Zudem bereite Niedersachsen eine Bundesratsinitiative zu Schutzzäunen vor.

Heute debattieren die Abgeordneten im Niedersächsischen Landtag über den Wolf. Unter anderem soll dieser ins Jagdrecht aufgenommen werden. Weitreichender ist die neue Wolfsverordnung, die "kurz vor der Veröffentlichung steht", wie die niedersächsische Staatskanzlei am Montag mitteilte. Zuvor war das Papier wiederholt Thema im Kabinett. Darin werde unter anderem die sogenannte Vergrämung, also die Vertreibung des Wolfes aus unmittelbarer Nähe von Mensch, Gebäude und Weidetier sowie die Entnahme unter bestimmten Bedingungen geregelt. "Das Verfahren wird damit strukturierter, transparenter und rechtssicherer", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). "Wir schaffen in Niedersachsen damit die Grundlage für ein bestmögliches Nebeneinander zum Schutz des Wolfes auf der einen Seite und den Interessen der Weidetierhalter auf der anderen Seite."

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Mehr Rechte für Hobby-Tierhalter

Neben den Maßnahmen wie Vergrämung und Entnahme möchte die Landesregierung auch die Rechtslage für den Bau von Schutzzäunen verbessern - in erster Linie für diejenigen, die Tierhaltung nicht professionell betreiben. Denn diese Personen dürfen bislang in der Regel keine Schutzzäune in die Natur bauen. Niedersachsen bereite eine Bundesratsinitiative vor, die eine dementsprechende Änderung des Baurechts vorsieht, heißt es. Um die Zeit des bürokratischen Prozesses zu überbrücken, soll es für aktuelle Bestände die Möglichkeit einer Übergangsfrist von bis zu fünf Jahren geben, die die Kommunen genehmigen müssen.

Kritik an Herdenschutz-Maßnahmen

Die Weidetierhalter in Deutschland sind über den Umgang mit Wölfen unterdessen weiter uneins. Der Förderverein Deutscher Schafhaltung verlangte von den Umweltministern von Bund und Ländern am Dienstag wirksame Maßnahmen gegen die rasante Ausbreitung von Wölfen und die Schäden, die damit einhergehen. Der Verein fordert, Wölfe ins Bundesjagdrecht aufzunehmen. Gleichzeitig lehnt der Verein "realitätsferne Herdenschutzdebatten" ab. Schafe, die in freier Natur auf Deichen oder an Berghängen weideten, ließen sich nicht effektiv schützen, so der Vereinsvorsitzende Wendelin Schmücker in Winsen/Luhe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.11.2020 | 06:00 Uhr

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