Stühle und Tische stehen in einem Klassenraum mit Abstand nebeneinander. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto:  Klaus-Dietmar Gabbert

Niedersachsen: Rückkehr in Schulen ab März?

Stand: 02.02.2021 17:12 Uhr

Seit Anfang Januar gelten für Niedersachsens Schulen und Kitas neue Regeln. Die werden nun bis Mitte Februar verlängert. Voraussichtlich im März könnten die Schulen für alle Klassen wieder öffnen.

  • Sollte es die Corona-Infektionslage im März zulassen, könnten alle Schülerinnen und Schüler bis zum Beginn der Osterferien Ende März wieder im Szenario B unterrichtet werden. Das heißt, es findet wieder Präsenzunterricht im Wechsel statt. Laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) muss dazu die angestrebte Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 noch nicht erreicht sein, entscheidend sei ein rückläufiger Trend. Nach den Osterferien soll der inzidenzbasierte Stufenplan im Kita- und Schulbereich gelten. Ziel sei, bei schwachem Infektionsgeschehen so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten und bei erhöhtem Infektionsgeschehen konsequent zu reagieren.

  • Grundschüler sind am 18. Januar ins Szenario B (Wechselmodell) gegangen. Das hat die Landesregierung mit der erneuten Verlängerung des Lockdowns angepasst: Seit 21. Januar ist die Präsenzpflicht für Grundschülerinnen und Grundschüler aufgehoben. Eltern entscheiden, ob ihre Kinder in den Klassen oder im Homeschooling lernen. Von 8 bis 13 Uhr soll eine Notbetreuung in der Schule angeboten werden.

  • Für alle Jahrgänge der weiterführenden Schulen (Sekundarbereiche I und II) und Berufsschulen, die im laufenden Schuljahr keine Abschlussprüfungen haben, hat am 11. Januar das Distanzlernen begonnen - und sie bleiben auch in diesem Szenario C. Für die Jahrgänge 5 und 6 soll aber eine Notbetreuung angeboten werden.

  • Abiturjahrgänge und Abschlussklassen der Jahrgänge 9 und 10 befinden sich seit dem 11. Januar im Szenario B und lernen in aufgeteilten Gruppen abwechselnd zu Hause und in der Schule. Auch hier ist die Präsenzpflicht ausgesetzt. Ausnahme: Klassenarbeiten werden in der Schule geschrieben, wie Grant Hendrik Tonne mitteilte.

  • Alle Schülerinnen und Schüler der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung einschließlich Tagesbildungszentren werden im Wechselunterricht nach Szenario B in geteilten Klassen unterrichtet. Dabei wird nicht zwischen Primar- und Sekundarbereich unterschieden. Die Pflicht zum Präsenzbesuch wird aufgehoben und die Möglichkeit auf reinen Distanzunterricht eingeräumt. Eine Teilung der ohnehin kleineren Lerngruppen ist laut Kultusministerium nur dann erforderlich, wenn die Raumgröße das Einhalten des Mindestabstands ansonsten nicht zulässt.

  • Voraussetzung für eine Notbetreuung ist, dass "mindestens ein Erziehungsberechtigter in betriebsnotwendiger Stellung in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichem Interesse tätig ist". Auch die Betreuung in besonderen Härtefällen ist möglich: etwa aufgrund einer Entscheidung des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls oder bei drohender Kündigung oder erheblichem Verdienstausfall für mindestens einen Erziehungsberechtigten.

  • Generell gilt wie bisher: Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist in allen Bereichen der Schule zu tragen, in denen der Mindestabstand nicht dauerhaft eingehalten werden kann. Sie kann im Szenario B beim Einnehmen des Sitzplatzes abgenommen werden. Das Schreiben unbedingt notwendiger Klausuren ist auch in den Szenarien B und C möglich - immer unter Wahrung des Abstandsgebotes in ausreichend großen Räumen.

  • Alle Regelungen gelten vorerst bis zum 14. Februar.

  • Alle Prüfungen für den Haupt-, Real-, und Förderschulabschluss werden Tonne zufolge stattfinden. Das gelte auch für das Abitur. Dabei solle "intensiv an der Sicherstellung der zentralen Abiturprüfung" gearbeitet werden. Aber auch dezentrale Prüfungen seien denkbar - angepasst an die tatsächlichen Lerninhalte. Jedem Schüler solle eine faire Prüfung gewährt werden, heißt es.

  • Die Kitas in Niedersachsen haben am 11. Januar auf Notbetrieb umgestellt. Damit sind nur noch 50 Prozent der Plätze verfügbar. Das heißt für Krippen maximal acht Kinder, für Kindergärten maximal zwölf Kinder pro Gruppe. Bei Bedarf soll das Angebot erweitert werden.

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  • Die Voraussetzungen für die Notbetreuung in den Kitas sind ähnlich wie die für die Schulen. Allerdings sollen verstärkt die pädagogische Notwendigkeit und auch das schulvorbereitende letzte Kindergartenjahr in den Fokus rücken und so eine Betreuung dieser Kinder ermöglichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.02.2021 | 18:00 Uhr

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