Erste Schulen gehen ab Ende Mai in den Regelbetrieb

Stand: 21.05.2021 12:55 Uhr

Ab dem 31. Mai können die ersten Schulen in Niedersachsen bei entsprechender Inzidenz alle Schüler vor Ort unterrichten. Auch könnte es unter bestimmten Voraussetzungen bald Impfungen für Schüler geben.

"Es zeichnet sich ab, dass wir eine stabile Lage in vielen Landkreisen und Städten erreichen und erfreulicherweise auch halten können", sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in der Landespressekonferenz. Dank dieser positiven Entwicklung seien auch mehr Präsenzangebote in Schulen und Kitas möglich. "Wenn sich der Trend fortsetzt, gibt es eine wirklich gute Perspektive, dass viele Schülerinnen und Schüler wieder im gesamten Klassenverband zusammen lernen können." Dort, wo die Inzidenz eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt dauerhaft unter 50 liegt, soll es ab dem 31. Mai wieder Präsenzunterricht für alle Schüler geben.

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Besucher eines Cafés warten im Hamburger Schanzenviertel auf eine Bedienung. © picture alliance / dpa Foto: Axel Heimken

"Corona-Stufenplan 2.0" soll weitere Lockerungen ermöglichen

Diese hängen von der Inzidenz ab. Hier der Plan zum Download. Download (122 KB)

Diese drei Phasen gelten für Schulen:

  • Präsenzunterricht (Szenario A) bei Sieben-Tage-Inzidenz unter 50
  • Wechselunterricht (Szenario B) bei Sieben-Tage-Inzidenz 50 bis 165
  • Distanzlernen (Szenario C) bei Sieben-Tage-Inzidenz über 165

(Maßgeblich ist jeweils die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt.)

Diese drei Phasen gelten für Kitas:

  • Regelbetrieb unter Beachtung von Hygieneanforderungen (Szenario A) bei Sieben-Tage-Inzidenz unter 50
  • eingeschränkter Regelbetrieb ohne Durchmischung der Gruppen (Szenario B) bei Sieben-Tage-Inzidenz 50 bis 165
  • Notbetreuung für maximal die Hälfte der Kinder aus einer Gruppe (Szenario C) bei Sieben-Tage-Inzidenz über 165

Fünf Werktage unter dem Grenzwert für Ankündigung des Wechsels

Damit eine Schule oder Kita vom Szenario B in das Szenario A wechseln kann, muss in dem jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner fünf Werktage in Folge unter 50 liegen. Ab dem übernächsten Tag dürfen die Schulen oder Kitas dann wieder vollständig öffnen. Um eine Vorlaufzeit zu schaffen, soll die konkrete Umsetzung dann in der folgenden Kalenderwoche erfolgen, so Tonne. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Werktagen den jeweils maßgeblichen Inzidenzwert überschreitet, dann wechseln Schulen und Kitas ab dem übernächsten Tag in das Szenario B oder - je nach Inzidenzlage - in das Szenario C.

Testpflicht bleibt weiterhin bestehen

Unabhängig von der Inzidenz bleiben aber laut Tonne weitere Sicherheitsmaßnahmen bestehen. So sollen sich auch künftig alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal zweimal pro Woche selbst auf eine Corona-Infektion testen. Ausnahmen davon gebe es lediglich für nachweislich Genesene und vollständig Geimpfte. Tonne verwies auf die Test-Bilanz seit dem Ende der Osterferien: Es habe bei den Schülern 3.600 positive Selbsttests gegeben, wovon 2.100 positive Fälle mittels eines genaueren PCR-Tests bestätigt worden seien. Insgesamt wurden an die Schüler 7,1 Millionen Selbsttests verteilt, wie viele davon verwendet wurden, sagte Tonen nicht. Bei Lehrkräften und Schulpersonal habe es in der Zeit 500 positive Selbsttests gegeben, wovon 180 mittels PCR bestätigt wurden. An das Personal waren 1,3 Millionen Selbsttests ausgegeben worden. Insgesamt seien durch die Tests rund 2.280 Infektionen früher entdeckt und eine Weiterverbreitung in der Schule und der Familie verhindert worden, sagte Tonne.

Maskenpflicht im Unterricht bei Inzidenz ab 35

Abgesehen von der Testpflicht bleibt auch die Maskenpflicht an den Schulen bestehen. Sie gilt überall dort, wo sich Schülerinnen und Schüler außerhalb ihrer Klasse bewegen und nicht dauerhaft Abstand zu anderen Mitschülerinnen und -schülern halten können. Ab einer Inzidenz von 35 besteht Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen auch im Unterricht am Sitzplatz, ausgenommen davon sind lediglich die Jahrgänge 1 bis 4 an Grund- und Förderschulen.

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Mehr als 75 Prozent der Lehrkräfte mindestens einmal geimpft

Tonne kündigte an, dass Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) ein vom Kultus- und Sozialministerium abgestimmtes Konzept für Impfungen von Schülerinnen und Schülern im Laufe der kommenden Woche vorstellen werde. Unter den Lehrkräften aller Schulformen sind inzwischen laut Tonne insgesamt 76,4 Prozent mindestens einmal geimpft. Bei den Grundschullehrkräften seien es sogar 94 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.05.2021 | 12:00 Uhr

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