An einem Gebäude hängt ein Schild mit der Aufschrift Landgericht Hannover. © NDR Foto: Julius Matuschik

Neun Jahre Gefängnis für Stoß von Freundin aus Hotelfenster

Stand: 01.10.2020 19:00 Uhr

Weil er seine Freundin über mehrere Stunden misshandelt und aus einem Hotelfenster gestoßen hat, muss ein 35-Jähriger für neun Jahre ins Gefängnis. Außerdem muss er 60.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Das Landgericht Hannover verurteilte den Angeklagten am Donnerstag wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung. Seiner 23 Jahre alten früheren Freundin muss der Mann 60.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die junge Frau erlitt bei dem Sturz aus dem vierten Stock im Februar 2020 eine Wirbelkörperfraktur sowie Brüche der Arme, Beine und des Beckens. Sie werde nach Auskunft eines Gerichtssprechers ihr Leben lang körperlich stark beeinträchtigt sein.

Der Angeklagte schweigt

Der Vorsitzende Richter sprach in seinem Urteil von einem "Martyrium". Der Angeklagte habe aus nichtigem Anlass die Frau gequält, sie gezwungen, auf das Fensterbrett zu steigen und sie schließlich heruntergestoßen. In der Verhandlung hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen. Täter und Opfer hatten beide in dem Hotel in Hannover gearbeitet.

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte eine achtjährige Freiheitsstrafe gefordert, die Verteidigung einen Freispruch beziehungsweise im Fall einer Verurteilung sechs Jahre Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Über der Frontscheibe eines Rettungswagens blinkt das Blaulicht. © NDR Foto: Julius Matuschik

Hannover: 34-Jähriger stößt Freundin aus 4. Stock

Ein Mann soll seine Freundin aus dem Fenster eines Hotels in Hannovers Südstadt gestoßen haben. Die 23-Jährige fiel vom 4. Stock auf den Parkplatz und erlitt schwerste Verletzungen. (14.02.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 02.10.2020 | 06:30 Uhr

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