Stand: 18.08.2020 06:30 Uhr

Neue Tierschutzverordnung billigt Hunden Auslauf zu

von Katharina Seiler
Ein angeleinter Hund auf einer Wiese. © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Andrea Warnecke
Mindestens zweimal am Tag sollen Hunde laut der geplanten Tierschutzverordnung Auslauf bekommen. (Themenbild)

Für Hundehalter und Hundezüchter sollen nach Plänen des Bundeslandwirtschaftsministeriums künftig strengere Vorschriften gelten. Eine neue Hunde-Tierschutzverordnung soll unter anderem festlegen, dass ein Hund mindestens zweimal am Tag für wenigstens eine Stunde Auslauf haben und nicht den ganzen Tag allein gelassen werden soll. Auch soll es verboten sein, einen Hund überwiegend anzubinden. Darüber hinaus soll die Hundezucht strenger geregelt werden: Hunde, die so gezüchtet werden, dass sie leiden und Schmerzen haben, dürfen nicht mehr ausgestellt und prämiert werden, heißt es in der Verordnung. Die Pläne kommen in Niedersachsen weitgehend gut an.

VIDEO: Neue Tierschutzverordnung: Mehr Rechte für Hunde (5 Min)

Konkrete Vorschriften über Haltung und Auslauf

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hält es für unbedingt notwendig, dass die Verordnung jetzt überarbeitet wird. Das verbessere den Tierschutz für Hunde, sagte eine Ministeriums-Sprecherin. Auch die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Susanne Mittag aus Delmenhorst, spricht von einem richtigen Schritt. Die Vorschriften zum Auslauf richteten sich in erster Linie an das Halten von Hunden im Zwinger, so Mittag. Dies sei als Haltungsform ohnehin nicht artgerecht. Es sei gut, dass die Verordnung genau vorschreibe, wie oft und wie lange die Hunde ausgeführt werden sollten. Das gleiche gelte für das Verbot, den Hund über lange Zeit anzubinden und ihn allein zu lassen.

Begriff Qualzucht nicht genau definiert

Dass auch die Zucht strenger geregelt werden soll, findet Mittag zwar gut. Allerdings hätte sie sich gewünscht, dass nicht nur professionelle Züchter angesprochen werden, sondern dass die Regeln für alle gelten. Außerdem hätte der Begriff Qualzucht genauer definiert werden müssen, um Grauzonen zu vermeiden, sagte Mittag.

Sachkundenachweis nicht überall gefordert

Das sieht auch der Landestierschutzverband Niedersachsen so. Sein Vorsitzender Dieter Ruhnke hält die Verordnung insgesamt zwar für einen guten Anfang. Er vermisst allerdings zwei wesentliche Dinge: Zum einen wäre es hilfreich gewesen, wenn Hunde nicht nur auf kommunaler Ebene, sondern bundesweit registriert werden müssten. Dann könne man auffällig gewordene Hundehalter leichter ausfindig machen, so Ruhnke. Zum anderen hätte er sich bundesweit einen Sachkundenachweis gewünscht, den alle vorlegen müssen, die zum ersten Mal einen Hund halten - so wie es ihn schon in Niedersachsen gibt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.08.2020 | 06:00 Uhr

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