Nährstoffbericht: Otte-Kinast sieht Land auf richtigem Weg

Stand: 10.03.2021 14:27 Uhr

Niedersachsens Äcker waren 2020 weniger mit Stickstoff belastet als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt der Nährstoffbericht des Agrarministeriums. Doch düngen die Landwirte noch zu viel mit Gülle.

Knapp 700 Tonnen Stickstoff sind mehr auf die Felder gebracht worden, als die Pflanzen gebraucht hätten. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Im Vorjahr waren es noch 31.000 Tonnen zu viel. Niedersachsen sei damit auf dem richtigen Weg, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU).

Stickstoff-Grenzwert nur in Cloppenburg überschritten

Die Entwicklung zeigt sich auch auf Kreisebene. Nur noch der Landkreis Cloppenburg überschreitet den Angaben zufolge den Grenzwert für Stickstoff auf den Äckern. Im vergangenen Jahr waren es noch fünf niedersächsische Landkreise, im Jahr davor sieben.

Kammer: Gülle wird anders genutzt und verteilt

Die Landwirtschaftskammer sieht dafür mehrere Gründe. Zum einen werde immer mehr Gülle in Biogasanlagen verwertet und nicht auf Felder aufgebracht. Zum anderen werde mehr Dünger aus dem tierreichen Westen in die Ackerbauregionen im Osten des Landes gebracht. Ein weiterer Punkt: Die Landwirte halten weniger Tiere. Niedersachsenweit gibt es im Vergleich zum Vorjahr 3,6 Prozent weniger Rinder und 1,5 Prozent weniger Schweine. Dadurch fällt auch weniger Gülle an.

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Aktuell | 10.03.2021 | 19:30 Uhr

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