Stand: 01.03.2018 07:25 Uhr

Nachrüstung gegen Fahrverbot? Autobauer skeptisch

Ist es technisch möglich, alte Diesel-Fahrzeuge auf den neuesten Stand zu bringen? Diese Frage stellen sich viele Menschen, seitdem das Bundesverwaltungsgericht in dieser Woche Fahrverbote erstmals juristisch möglich gemacht hat. Beim Autozulieferer Continental in Hannover hat man Zweifel, ob Nachrüstungen gelingen können. Ein Sprecher sagte NDR 1 Niedersachsen, das sei extrem aufwendig und sehr komplex.

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Gericht macht Weg frei für Diesel-Fahrverbote

27.02.2018 19:30 Uhr
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Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: Diesel-Fahrverbote in Städten sind grundsätzlich zulässig. In Niedersachsen soll es jedoch auch ohne gehen. Video (05:38 min)

Teile nachträglich einbauen? Schwierig, sagt Continental

Auch die Autohersteller selbst sehen die geforderten Umbauten an alten Diesel-Motoren skeptisch. Der Grund: Man könne nicht einfach nachträglich Teile in vorhandene Fahrzeuge einbauen. Darüber hinaus müsse für jedes einzelne Fahrzeug-Modell eine individuelle Lösung gefunden werden. Aus dem Umfeld von Volkswagen heißt es, zurzeit gebe es keine Möglichkeit der Hardware-Nachrüstung, die tatsächlich nachweisbar den gewünschten Standard Euro 6 erreiche.

Autoverband: Gewährleistung und Zulassung ungeklärt

Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht viele technische Schwierigkeiten. Ein Sprecher sagte, es seien massive Eingriffe in die Motorsteuerung nötig. Wenn man ältere Fahrzeuge nachrüste, müssten zudem vorher Fragen der Haltbarkeit und Gewährleistung geklärt werden. Das könne Jahre dauern. Unbeantwortet ist auch die Frage nach einer rechtlichen Grundlage. Denn falls ältere Dieselwagen mit neuen Teilen nachgerüstet werden, müsste eine neue Typengenehmigung erteilt werden. Laut Kraftfahrtbundesamt in Flensburg gibt es dafür auf Bundesebene aber noch keinen rechtlichen Rahmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.02.2018 | 13:00 Uhr

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