Nach dem Sturm: Bahnverkehr hat sich normalisiert
Sturmtief "Mortimer" ist am Montagvormittag über Niedersachsen hinweggefegt und hat dabei den Fernverkehr der Deutschen Bahn aus dem Takt gebracht. Die Bahn hatte zum Teil vorsorglich ihre wichtigsten Strecken nördlich und östlich von Hannover gesperrt. Im Laufe des Vormittags beruhigte sich die Lage und gegen Mittag waren fast alle Fernverkehrsstrecken wieder freigegeben. Doch auch danach kam es noch zu Verspätungen und Zugausfällen im Bahnverkehr. Denn Züge, Lokführer und Zugbegleiter mussten erst an ihren eigentlichen Einsatzort gelangen. Inzwischen hat sich der Betrieb laut Bahn wieder normalisiert.
Tief "Mortimer" wütet in Niedersachsen
Sturmtief "Mortimer" hat den Bahnverkehr in Niedersachsen teils komplett zum Erliegen gebracht. Erst am späten Montagvormittag konnten die meisten Strecken wieder freigegeben werden.
Scheibe des ICE-Führerhauses zersplittert
Nachdem am Montagmorgen bei Wolfsburg ein ICE gegen einen auf die Gleise gestürzten Baum gefahren war, wird die Strecke Wolfsburg-Braunschweig-Göttingen laut Bahn voraussichtlich noch bis mitten in die Nacht gesperrt bleiben. Bei dem Unfall wurde die Oberleitung auf einer Länge von mehreren Hundert Metern beschädigt. Die Scheibe des ICE-Führerhauses zersplitterte und der Lokführer wurde leicht verletzt. Die 250 Passagiere blieben nach Informationen der "Wolfsburger Nachrichten" unverletzt. Wegen der Sperrung sollten ICE-Züge von Berlin über Göttingen nach Frankfurt den ganzen Tag über nicht in Braunschweig und Hildesheim halten - und dafür ersatzweise einen Stopp in Wolfsburg und Hannover Messe Laatzen einlegen.
Baum stürzt in Oberleitung bei Eystrup
Bei Eystrup im Landkreis Nienburg wurde am Montagmorgen ebenfalls eine Oberleitung beschädigt. Ein umgestürzter Baum hatte sie heruntergerissen. Ein ICE konnte nicht rechtzeitig bremsen und fuhr in die Äste, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete. Nach etwa zwei Stunden wurde der Zug mit rund 100 Fahrgästen evakuiert. Gegen Mittag wurde die Fernverkehrsstrecke Hannover-Bremen wieder freigegeben. Bereits am Vormittag konnten Fernverkehrszüge wieder zwischen Hannover und Hamburg pendeln. Wer seine Bahnreise aufgrund der Behinderungen durch das Sturmtief nicht angetreten ist, kann das Ticket laut Bahn entweder kostenfrei stornieren oder es flexibel bis zum 7. Oktober nutzen; die Zugbindung ist in diesen Fällen aufgehoben.
Lkw im Landkreis Göttingen umgekippt
Von dem Sturm war auch der Straßenverkehr betroffen. Auf der A31 im Emsland kippten Sturmböen einen Lkw um. Der Fahrer wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt. Die Autobahn musste kurzzeitig gesperrt werden. Auch in Gieboldehausen (Landkreis Göttingen) wurde ein Lkw umgestürzt. Gerade noch rechtzeitig konnte ein Autofahrer bei Hameln bremsen, als ein Baum auf die Straße fiel. Der Fahrer blieb unverletzt. In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta sowie in den Landkreisen Osnabrück und Emsland stürzten etliche Bäume auf die Straße. Bei Wriedel (Landkreis Uelzen) brach das Rotorblatt eines Windrades ab.
Betreten der Wälder bleibt nach Sturm gefährlich
Die Niedersächsischen Landesforsten warnten Spaziergänger, Jogger und Radfahrer davor, die Wälder zu betreten. Auch nach dem Abflauen des Sturms könnten Äste herabfallen oder Bäume umstürzen. Die Bäume seien durch die vergangenen zwei trockenen Sommer geschwächt und instabil. "Die Risikolage ist in diesem Jahr besonders hoch", sagte ein Sprecher. In Hannover blieben wegen des Sturms am Montag unter anderem der Stadtpark, der Tiergarten und die Außenbereiche der Herrenhäuser Gärten geschlossen.
Sturmtief zieht nach Osten ab
Die Lage in Niedersachsen beruhigte sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gegen Mittag. Das Sturmtief war nach Osten weitergezogen, wo es noch bis in die Nachmittagsstunden stürmte. Ab heute soll sich die Wetterlage nach Angaben eines DWD-Sprechers weiter entspannen. Dann sei nur noch mit einem mäßigen Südwest-Wind zu rechnen.