Stand: 16.01.2019 19:46 Uhr

Nach Brexit-Votum: Verunsicherung in Niedersachsen

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Das britische Unterhaus lehnte am Dienstag das Brexit-Abkommen mit der EU ab.

Die ungewisse Lage nach dem gescheiterten Brexit-Votum in London macht den Unternehmen in Niedersachsen weiter zu schaffen. Politik und Verbände mahnen jetzt zu einer schnellen Lösung. Volkswagen nimmt das Ergebnis aus dem britischen Parlament nach eigenen Angaben mit Bedauern zur Kenntnis. Für das Unternehmen bedeute das eine weitere Phase der Ungewissheit und Planungsunsicherheit, heißt es am Mittwoch aus Wolfsburg. VW hofft, dass schnell klar wird, wie die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU zukünftig aussehen werden. Für die Autoindustrie hätten offene Märkte und klare Zollprozesse Priorität, sagte ein Sprecher.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil im Interview.

Weil zu Brexit: "Versuchen, die Folgen abzumildern"

Hallo Niedersachsen -

Welche Auswirkungen hätte ein harter Brexit für niedersächsische Unternehmen und wie bereitet sich die Landesregierung darauf vor? Ministerpräsident Stephan Weil im Interview.

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Weil: "Gemeinsamer europäischer Markt ist Grundlage des Wohlstands"

Auch die Politik in Niedersachsen sieht die Brexit-Hängepartie mit Sorge: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHK) in Stade, es mache ihn betroffen, dass Großbritannien sich auf einen schädigenden Kurs begebe. Niedersachsen sei eine besonders exportorientierte Wirtschaft. Weil betonte, ein gemeinsamer europäischer Markt sei die Grundlage des Wohlstands. Und der Außenhandel eine der größten Herausforderungen für das Jahr 2019. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) rief Unternehmen dazu, sich auf einen ungeordneten Brexit vorzubereiten - also beispielsweise zu prüfen, inwieweit Genehmigungen, Zollpapiere und Versicherungsverträge zukünftig noch gültig sein könnten. Die IHK hält das für schwierig. IHK-Chef Horst Schrage sagte, ein harter Brexit sei in Teilen unberechenbar, sich darauf vorzubereiten praktisch unmöglich.

Agarexperte: "Gravierende Folgen für die Landwirtschaft"

Ein harter Brexit könnte auch gravierende Folgen für die Landwirtschaft in der Region haben. Das befürchtet der Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Albert Hortmann-Scholten. Da die Briten einen Großteil des Schweinefleisches, Geflügels und der Milch aus der EU und vor allem Deutschland importieren, könnte hier ein ganzer Markt wegbrechen. Zahlreiche Arbeitsplätze und ganze Betriebe seien gefährdet, so Hortmann-Scholten. Die Lage vieler Höfe sei wegen des Dürresommers ohnehin angespannt. Die Ernährungswirtschaft aus Niedersachsen exportierte im Jahr 2017 Güter im Wert von 815 Millionen Euro nach Großbritannien.

Großbritannien ist wichtiger Abnehmer niedersächsischer Exporte

Großbritannien ist speziell für Niedersachsen ein wichtiger Handelspartner: Das Land gehört seit Jahren neben den Niederlanden und Frankreich zu den wichtigsten Abnehmern niedersächsischer Exporte - insbesondere in der Autoindustrie. 125 Firmen aus Niedersachsen produzieren in Großbritannien oder haben Niederlassungen dort.

Weitere Informationen

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Fischwirtschaft in MV fürchtet Brexit

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Am Dienstag stimmt das britische Unterhaus über den Brexit-Vertrag ab. Vor allem ein sogenannter harter Brexit ohne Regelwerk würde Niedersachsens Unternehmen empfindlich treffen. (14.01.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.01.2019 | 13:00 Uhr

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