Stand: 14.12.2018 16:10 Uhr

Moorbrand kostet das Emsland 760.000 Euro

Die Rauchfahne über dem nordwestlichen Emsland war im September selbst im über 100 Kilometer entfernten Bremen noch zu sehen.

Der wochenlange Moorbrand auf einem Waffentestgelände der Bundeswehr im Emsland hat ein teures Nachspiel. Allein beim Landkreis Emsland sind außerplanmäßige Rechnungen in Höhe von knapp 760.000 Euro für die Unterstützung bei der Brandbekämpfung aufgelaufen, wie eine Landkreis-Sprecherin am Freitag NDR.de bestätigte. 375.000 Euro sind in einer Sitzungsvorlage für die Kreistagssitzung am kommenden Montag für Material und Verbrauchsgüter, Aufwendungen für Verdienstausfälle sowie Luftmessungen aufgelistet. Allein die Kosten für die Messungen werden mit rund 225.000 Euro beziffert. Hinzu kommen Rechnungen über 315.000 Euro, die die emsländischen Kommunen beim Landkreis eingereicht haben, sowie zusätzliche Verwaltungskosten in Höhe von rund 69.000 Euro.

Moorbrand nahe Meppen

  • Der Moorbrand war am 3. September 2018 durch Raketentests auf dem Gelände ausgebrochen.
  • Auf dem durch monatelange Dürre ausgetrockneten Moor breitete er sich insgesamt auf einer Fläche von etwa zwei mal vier Kilometern aus.
  • Tagelang zog eine Rauchfahne über das nordwestliche Emsland, selbst im über 100 Kilometer entfernten Bremen war sie zu sehen.
  • Zwischenzeitlich kämpften bis zu 2.000 Einsatzkräfte gegen das Feuer. Einige Tage lang drohte gar die Evakuierung zweier Ortschaften, für mehrere Tage wurde der Katastrophenfall ausgerufen.
  • Am 10. Oktober verkündete die Bundeswehr, dass der Brand gelöscht sei.

Bundeswehr soll die Kosten erstatten

Der Landkreis wird die entstandenen Kosten zunächst auslegen. Anschließend werde man "sämtliche Kosten" gegenüber der Bundeswehr geltend machen, wie es im Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung heißt. Welche Kosten für den benachbarten Landkreis Leer entstanden sind, werde derzeit noch geprüft, sagte ein Landkreis-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. "Den größten Schaden haben derzeit unsere Gemeinden, die müssen den Verdienstausfall ihrer Feuerwehrleute vorstrecken", so der Sprecher. Zwischenzeitlich bekämpften bis zu 2.000 Helfer das Feuer.

Höhe des Gesamtschadens weiterhin unklar

Zur Höhe des Gesamtschadens sei im Moment noch keine Aussage möglich, sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums. Schätzungen von 100 Millionen Euro bezeichnete sie aber als deutlich überhöht. Der Bund hatte in der Vergangenheit bereits zugesagt, die Kosten im Rahmen der Amtshilfe zu übernehmen. Die Kosten für den zwischenzeitlich ausgerufenen Katastrophenfall müsste das Land Niedersachsen beziehungsweise der Landkreis Emsland zahlen. Allerdings habe die Bundeswehr hier bereits signalisiert, auch für diese Kosten aufzukommen, wie ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover NDR.de bestätigte.

2019 sollen wieder Raketen auf dem Testgelände starten

Nach Raketentests war am 3. September auf dem Testgelände der Wehrtechnischen Dienststelle bei Meppen im Emsland das Moor in Brand geraten. Auf dem durch monatelange Dürre ausgetrockneten Moor schwelte das Feuer zwischenzeitlich auf einer Fläche von etwa zwei mal vier Kilometern. Erst am 10. Oktober verkündete die Bundeswehr, dass der Brand gelöscht sei. Für 2019 hat die Bundeswehr die Wiederaufnahme der Raketentests angekündigt.

Weitere Informationen

Was Sie zum Moorbrand bei Meppen wissen müssen

Am 3. September ist auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen ein Feuer ausgebrochen. Am 10. Oktober erklärt die Truppe den Brand für gelöscht. Alles Wichtige zum Brand in der Übersicht. (19.10.2018) mehr

Nach Moorbrand: Bundeswehr will Waffen testen

Nach dem Moorbrand nahe Meppen wurden Waffentests auf dem Gelände der Bundeswehr vorerst eingestellt. Ab Januar soll wieder geschossen werden. Die Kommunalpolitik begrüßt die Pläne. (11.12.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.12.2018 | 15:00 Uhr

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