Stand: 09.10.2018 14:33 Uhr

Moorbrand: Die Grenzwerte beim Kohlenmonoxid

Bei einem Moorbrand wie dem bei Meppen werden große Mengen gesundheitsgefährdenden Kohlenmonoxids freigesetzt.

Der Moorbrand bei Meppen beschäftigt seit nun mehr fünf Wochen Behörden, Einsatzkräfte und vor allem Anwohner in den betroffenen Regionen im Emsland. Eine der dringendsten Fragen war und ist die Gefahr für die Gesundheit der Anwohner und Einsatzkräfte vor Ort zum Beispiel durch Kohlenmonoxid. Durch den Brand wurden große Mengen des farb-, geschmack- und geruchlosen Gases freigesetzt. Ab einer bestimmten Menge ist dieses Gas tödlich. Doch ab welcher Konzentration gilt Kohlenmonoxid schon als gesundheitsgefährdend und wer hat welche Grenzwerte definiert? Die Luftbelastung durch Kohlenmonoxid wird meist in "parts per million" (ppm) angegeben, was wörtlich übersetzt so viel wie "Anteil pro Millionen" bedeutet. Außerdem werden verschiedene Belastungszeiträume und die örtliche Umgebung mit einbezogen.

Die Definition der Weltgesundheitsorganisation

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dazu Grenzwerte für Innenräume festgelegt: Bei einer Konzentration von durchschnittlich 84 ppm auf 15 Minuten kommt es in einem geschlossenen Raum zu gesundheitlichen Gefahren. Bei einer Belastung ab 9 ppm besteht in einem geschlossenen Raum demnach bereits nach acht Stunden die Gefahr von gesundheitlichen Schäden. Wichtig: Beide Werte beziehen sich auf dauerhafte Belastung durch Kohlenmonoxid, beispielsweise durch eine defekte Lüftung bei Gasherden. Zum Vergleich: Die Luftbelastung einer vielbefahrenen Straße liegt im Schnitt bei 50 ppm, die durch Passivrauchen bei 30 ppm.

Die Definition des Umweltbundesamts

Anders als die WHO hat das Umweltbundesamt seine Grenzwerte nicht auf Innenräume beschränkt. Daher ergeben sich auch höhere Grenzwerte für die Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Kohlenmonoxid. Der niedrigste Wert der sogenannten Störfallbeurteilungswerte sind 27 ppm über einen Zeitraum von mindestens acht Stunden. Die Auswirkungen werden dann als stark gesundheitsgefährdend bewertet. Sie können etwa zu Schäden an Herz oder Gehirn führen. Gerechnet auf 15 Minuten kann es laut Umweltbundesamt ab 300 ppm gefährlich werden.

Menschen mit Vorerkrankung und Babys besonders gefährdet

Sowohl WHO als Umweltbundesamt sind sich in dem Punkt einig, dass für alle Grenzwerte gilt: Menschen mit Vorerkrankungen, zum Beispiel Lungenentzündungen oder chronischem Asthma sind grundsätzlich einem höheren Risiko durch verschmutzte Luft ausgesetzt, genauso Babys und Kleinkinder. Bei ihnen wird können schon Werte unterhalb der Grenzwerte zu gesundheitlichen Schäden führen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.10.2018 | 14:00 Uhr

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