Stand: 31.05.2019 12:48 Uhr

Mobilfunkatlas legt Funklöcher im Land offen

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An 99 Flecken in Niedersachsen ist nicht einmal Telefonieren mit dem Handy möglich. (Themenbild)

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium hatte vor einem Jahr alle Mobilfunknutzer dazu aufgerufen, Funklöcher in ganz Niedersachsen zu melden. 9.000 Menschen beteiligten sich an der Aktion, die genau heute vor einem Jahr endete, und machten insgesamt mehr als 3.000 Funklöcher in ganz Niedersachsen aus. Die Landesregierung beschloss daraufhin im Sommer 2018 den Masterplan Digitalisierung und das Wirtschaftsministerium erfasste zusammen mit den drei großen Mobilfunkanbietern die Netzabdeckung im Bereich 2G (Sprachtelefonie) und 4G (mobile Datennutzung). Die dabei identifizierten Lücken sind jetzt im Mobilfunkatlas Niedersachsen im Internet für jeden einsehbar. Das Wirtschaftsministerium hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Funklöcher bis 2021 zu schließen und für flächendeckenden Handyempfang im 4G-Netz zu sorgen.

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Mobilfunkatlas Niedersachsen

Die Karte zeigt, wo es in Niedersachsen Funklöcher gibt. Markiert sind die Orte, in denen es kein 2G-Netz gibt und in denen das 4G-Netz nicht verfügbar ist. extern

Südniedersachsen und Lüneburger Heide zum Teil ohne Netz

Der Mobilfunkatlas zeigt derzeit besonders im 4G-Bereich noch einige Lücken - vor allem in Südniedersachsen, in Teilen der Lüneburger Heide sowie im äußersten Nordosten und im äußersten Westen des Landes. Insgesamt 136 sogenannte Cluster gibt es laut Ministerium, wo kein mobiles Internet verfügbar ist. Im Bereich von 99 Clustern ist zudem nicht einmal Sprachtelefonie (2G-Empfang) möglich. Auch hier sind vor allem Teile Südniedersachsens und Teile der Lüneburger Heide betroffen. Die 3.000 von den Bürgern gemeldeten Funklöcher seien größtenteils subjektiver Art gewesen, teilte das Ministerium mit. Es seien Orte, wo etwa ein Kunde des einen Anbieters keinen Empfang habe, ein Kunde eines anderen Anbieters aber keine Probleme habe.

Atlas gewährt Einblick in den Netzausbau-Fortschritt

Über den Mobilfunkatlas Niedersachsen, der vom Breitband Zentrum Niedersachsen Bremen (b|z|n|b) geführt wird, sollen Landkreise und Kommunen Einblick in den Fortschritt des Mobilfunkausbaus erhalten. Die Karte wird laut Ministerium quartalsmäßig aktualisiert. "Der Mobilfunkatlas macht die Netzabdeckung in Niedersachsen transparent und zeigt, wo es Fortschritte in der Mobilfunkversorgung gibt und wo noch Arbeit auf uns wartet", so Stefan Muhle, Staatssekretär für Digitalisierung im Wirtschaftsministerium.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.05.2019 | 16:00 Uhr

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