Stand: 05.04.2019 15:52 Uhr

Missbrauch? Keine Einigung über Wiedereinstellung

Ein Tor vor dem Haus in Gifhorn. © NDR Foto: Sophie Mühlmann
In einer inzwischen aufgelösten Wohngruppe in Gifhorn sollen Minderjährige misshandelt und missbraucht worden sein.

Die unbezahlte Freistellung einer Frau, die Kinder und Jugendliche in einer Gifhorner Wohngruppe missbraucht haben soll, ist am Freitag bei einem ersten Gütetermin am Braunschweiger Arbeitsgericht verhandelt worden. Eine Einigung wurde nicht erreicht, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die Sozialpädagogin und ihr Ehemann wollen vom Träger der Wohngruppe weiter bezahlt werden. Dieser hatte sie nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert. Darüber, ob die Suspendierung rechtens war, ging es am Freitag nicht. Dies soll bei einem weiteren Termin im August geklärt werden. Im Fall des als Haupttäter beschuldigten Ehemanns, der ebenfalls weiter bezahlt werden will, soll Ende April erstmals verhandelt werden.

Ehepaar soll Schutzbefohlene misshandelt und missbraucht haben

Aus der Untersuchungshaft heraus haben die Eheleute auf Wiedereinstellung bei ihrem Arbeitgeber "L!feConcepts Kirchröder Turm" geklagt. Darüber hatte das NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen berichtet. Der Geschäftsführer von "L!fe Concepts Kirchröder Turm", Jürgen Scheidt, bezeichnete die Klage aufgrund der Schwere der Vorwürfe als "dreist". Zwischen 1998 und 2007 sollen die Eheleute Kinder und Jugendliche in der von ihnen betreuten Wohngruppe misshandelt und sexuell missbraucht haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollen vier Schutzbefohlene in elf Fällen betroffen sein. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt. Das dortige Amtsgericht erließ Haftbefehle, weil aufgrund der zu erwartenden Verurteilungen zu langjährigen Freiheitsstrafen Fluchtgefahr bestehe.

Sonderkommission ermittelt

Eine ehemalige Bewohnerin hatte im Januar bei der Polizei Anzeige erstattet. Die Wohngruppe wurde daraufhin geschlossen, die drei dort betreuten Kinder in anderen Wohnprojekten untergebracht. Ermittler haben bei Hausdurchsuchungen 90 Terabyte Daten sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Eine 30-köpfige Sonderkommission der Polizei Gifhorn ist mit dem Fall befasst.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 05.04.2019 | 14:30 Uhr

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