Stand: 14.10.2018 08:24 Uhr

Ministerin Reimann rät zur Grippeschutzimpfung

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Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) wirbt für die Grippeschutz-Impfung.

Die Botschaft ist deutlich: Leute, geht zur Grippeschutzimpfung! Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) und Landesgesundheitsamtschef Matthias Pulz werben zu Beginn der Influenza-Saison gemeinsam für mehr Schutz durch Antikörper. Auf einer Pressekonferenz erörtern sie am Montag die Vorzüge von Impfungen vor dem Hintergrund der letzten, schweren Grippephase.

Mehr als 70 Grippetote in Niedersachsen

Die Epidemie im vergangenen Winter verlief so heftig wie seit einer Dekade nicht mehr. Bis März zählte das Gesundheitsamt in Niedersachsen mehr als 16.000 Fälle. Unterricht und Züge fielen aus, Krankenhäuser mussten OPs verschieben. Mehr als 70 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Deutschlandweit waren es 1.665 Tote - mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Dreifachschutz nicht ausreichend

Ein Problem: Es ließen sich zwar viele Menschen im Herbst impfen, die Kassen bezahlten einen Dreifachschutz. Wer den Vierfachschutz wollte, trug die Kosten selbst. Rund 70 Prozent der nachweislich 333.567 Erkrankten infizierte sich allerdings mit einem Virusstamm, der durch die Vierfach-, nicht aber durch die Dreifach-Antikörper abgedeckt war. Die meisten Influenza-Impfstoffe enthalten Antigene gegen zwei A-Stämme und einen B-Stamm. Weltweit sind zwei B-Stämme gleichzeitig unterwegs, die Verbreitung ist schwer vorhersagbar.

Person, die geimpft wird.

Grippeschutzimpfung mit neuem Wirkstoff

Nordmagazin -

Die Gesundheitsämter haben mit der Grippeschutzimpfung begonnen. In dieser Saison wird gegen vier und nicht gegen drei Varianten des Influenza-Virus geimpft.

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Kassen zahlen Vierfach-Antikörper

Politik und Gesundheitswesen reagierten. Im April entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen, den Vierfachschutz ab dieser Saison verbindlich für alle Versicherten zu bezahlen. Der G-BA orientierte sich bei seiner Entscheidung an einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts vom Januar.

Risikogruppen nehmen Gefahr durch Influenza nicht ernst

Besonders Menschen aus Risikogruppen ist angeraten, sich einer Impfung zu unterziehen. Einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge lassen sich allerdings nur 40 Prozent der Befragten, die zu einer der Risikogruppen gehören, impfen. Dabei waren 87 Prozent der Sterbefälle älter als 60 Jahre und litten zumeist unter Nebenerkrankungen. Die Vierfach-Impfung wird für folgende Risikogruppen von den Krankenkassen voll übernommen:

  • Personen ab 60 Jahre
  • Schwangere und Kinder
  • Chronisch Kranke
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Pflege- und Lehrkräfte
  • Medizinisches Personal 
  • Personen in Einrichtungen mit Publikumsverkehr, zum Beispiel Busfahrer oder auch Angestellte im Einzelhandel

Impfgrippe ist ausgeschlossen

Die typische Grippe-Zeit dauert in Mitteleuropa von Dezember bis April des Folgejahres. Viren werden in der Regel durch eine Tröpfchen- oder Kontaktinfektion übertragen. Plötzliches hohes Fieber und starke Schmerzen sind die Folge. Das niedersächsische Landesgesundheitsamt rät, sich bis November impfen zu lassen. Innerhalb von zwei Wochen wirkt das Präparat. Es kann dabei zu erkältungsähnlichen Beschwerden kommen. Eine Infektion aufgrund einer Impfung ist ausgeschlosen, weil nicht mit lebenden Viren geimpft wird. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für die Impfstoffe je nach grassierendem Virus von Jahr zu Jahr eine neue Antigenkombinationen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.10.2018 | 12:00 Uhr

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