Stand: 19.03.2019 16:10 Uhr

Ministerin: Kein Verbot von Lebend-Tiertransporten

Tierschutz hört eigentlich nicht an der Grenze auf. Doch für Lebend-Tiertransporte in weit entfernte Länder wie Ägypten, Algerien oder Armenien gelten häufig nicht einmal Tierschutz-Mindeststandards - und das ist bisher sogar erlaubt. Immer mehr Bundesländer weigern sich nun, solche Fahrten zu genehmigen, unter anderem Bayern, Schleswig-Holstein und Hessen. Niedersachsen ist da noch zurückhaltend - und wird es bis auf Weiteres wohl auch bleiben.

Kein Alleingang für Niedersachsen

"Ich will keinen Alleingang, sondern ein rechtssicheres Vorgehen in ganz Deutschland", sagt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) im Interview mit NDR 1 Niedersachsen. Zwar sei auch sie von den Bildern schockiert, wenn etwa Rinder in Slowenien oder Bulgarien tagelang auf Lastwagen ohne ausreichend Futter und Wasser warten müssten. Aber solche Transporte aus Niedersachsen grundsätzlich zu verbieten, gehe nicht, so die Ministerin. "Der Bund muss sagen, auf welchen Transportrouten Tierschutzverstöße zu erwarten sind, dann können die Veterinäre in Niedersachsen solche Transporte verbieten", sagte Otte-Kinast. Die Grünen werfen der Landwirtschaftsministerin nun vor, sie versuche das Thema auszusitzen statt zu handeln. Otte-Kinast weist das zurück.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.03.2019 | 14:00 Uhr

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