Millionen-Zuschüsse: Niedersachsen hilft Innenstädten

Stand: 16.06.2021 12:25 Uhr

Dass die Corona-Pandemie auch an Niedersachsens Innenstädten nicht spurlos vorbeizieht, gilt unter Experten als sicher. Das Land will betroffenen Kommunen mit insgesamt 117 Millionen Euro helfen.

Das Programm heißt "Perspektive Innenstadt" und wird aus EU-Coronahilfen finanziert. Bereits ab Donnerstag können Kommunen mit mindestens 10.000 Einwohnern Anträge beim niedersächsischen Europaministerium stellen. Die Fördersummen liegen zwischen 320.000 und 1,5 Millionen Euro. Für die Städte eröffne sich mit dem Geld ein breites Spektrum an Möglichkeiten - und zwar zugeschnitten auf die jeweilige Situation vor Ort, sagte Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé (SPD). Kommunen könnten zum Beispiel Pläne gegen Leerstände verwirklichen, breitere Fußwege anlegen oder digitale Lösungen für den Einzelhandel entwickeln. "Die Innenstädte werden sich verändern, haben das aber immer getan", sagte Honé. Das sei auch eine riesige Chance für Niedersachsen.

Städtetag mit Programm zufrieden

Der Niedersächsische Städtetag zeigte sich mit dem Programm zufrieden, es gebe den Kommunen viel Handlungsspielraum. Allerdings sei der Zeitplan ambitioniert. Die ersten Anträge müssen bis Ende Juli auf den Weg gebracht werden, die konkreten Projekte dann bis Mitte kommenden Jahres bei der NBank beantragt werden. Bis 2023 muss das Geld ausgegeben sein.

Hannover will in die City investieren

Hannover zum Beispiel verzeichnet seit dem Beginn der Pandemie wie viele andere Innenstädte auch weniger Besucherinnen und Besucher. Monika Dürrer, Hauptgeschäftsführerin vom Handelsverband, ist sich jedoch sicher: "Eine Stadt wie Hannover wird das verkraften." Die Kunden hätten das Einkaufen in der City aber vermisst und so sei es wichtig, in die Innenstadt zu investieren und damit die Menschen zu halten und zurückzuholen. Mit den Lockerungen sei die Innenstadt wieder so voll wie vor der Pandemie, teilte indes die Industrie- und Handelskammer Hannover mit.

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"Kultur, Wohnen und Arbeiten wird Bild der City prägen"

Von Leerständen berichtet das Stadtmarketing Braunschweig. Doch so langsam kämen wieder Anfragen nach freien Flächen und auch in der Innenstadt beginne wieder das öffentliche Leben durch Einzelhandel und Gastronomie. Für die Oldenburger Innenstadt seien die wirtschaftlichen Folgen der Krise noch nicht absehbar, sagte ein Stadtsprecher. Der inhabergeführte Einzelhandel habe sich durch große Anstrengungen als "robust" erwiesen. Manche größere Unternehmen hätten sich aber zurückgezogen oder einen Standort aufgegeben. "Die Pandemie hat gezeigt, dass die künftige Innenstadt noch mehr denn je auf das 'Erlebnis' abzielen muss", hieß es weiter. Neben dem Einzelhandel und der Gastronomie würden Kultur, Wohnen und Arbeiten an Bedeutung gewinnen und das Bild der City prägen. Leere Geschäftsräume würden unter anderem für Initiativen aus den Bereichen Kunst und Theater genutzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.06.2021 | 13:00 Uhr

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