Stand: 01.03.2020 14:15 Uhr

Milder Winter: Gut für Pflanzen - und Schädlinge

Eine Kombo aus Luftaufnahmen zeigt Landwirte bei der Feldarbeit. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Auf den Feldern sorgen die milden Temperaturen für viel Wachstum. (Archiv)

Der Winter, der diesen Namen kaum verdient hat, sorgt für gutes Wachstum in Niedersachsen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Aus Sicht der Landwirtschaftskammer wird das milde Wetter der vergangenen Wochen das Aufkommen von Schädlingen erhöhen. Der Pflanzenbau-Experte der Kammer, Ulrich Lehrke, rechnet wegen des milden Winters mit einem stärkeren Pilzbefall im Frühjahr. Ein stärkerer Frost lässt die im Herbst befallenen Blätter absterben, diese Bereinigung fehle. Außerdem könnten sich Krankheiten wie Mehltau, Rostkrankheiten im Getreide oder Fäulniserkrankungen beim Raps über einen langen Zeitraum weiter ausbreiten.

Blattläuse freuen sich über niedrige Temperaturen

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Ideale Bedingungen haben Lehrke zufolge auch Schädlinge wie Blattläuse. Da der Gesetzgeber den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln immer weiter einschränkt, müssen die Landwirte mit Ertragsverlusten rechnen, vermutet er. Es habe über einen ausreichend langen Zeitraum auch recht niedrige Temperaturen gegeben, sagte Wolfgang Ehrecke, Sprecher der Kammer. Der Winterraps zeige wegen der anhaltend milden Temperaturen bereits ein deutliches Wachstum. "Solange es nicht so warm ist, dass der Kältereiz komplett fehlt und das Wachstum der Pflanzen nicht beeinträchtigt ist, kann man mit dem milden Wetter zurechtkommen", so Ehrecke weiter.

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Energieverbrauch sinkt für Tierhalter

Bei den Rinderhaltern freut man sich, dass der Energieverbrauch für Tiere in Freilandhaltung wegen der milden Temperaturen geringer ausfällt. Die Tiere brauchen weniger Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, womit das Futter effizienter verwendet wird. Allerdings sehen die Tierhalter mit Sorge, dass sich die Population von Feldmäusen oder Ratten nicht verringert. Diese können Futterpflanzen und Futterreserven schädigen und sogar vernichten. Auch die Zahl der Insekten wie Fliegen oder Mücken geht im Winter nicht zurück. Sie können Krankheiten übertragen.

Regen: Nicht nur positiv

Positiv aus Sicht der Landwirte ist der ergiebige Niederschlag der jüngsten Zeit. Er gleicht das Wasserdefizit in den Böden aus den beiden trockenen Sommern 2018 und 2019 wieder etwas aus. Allerdings: "So wichtig die Niederschläge auch sind, sie haben auch Nachteile", sagte Kammersprecher Ehrecke. Denn sie behindern auch Arbeiten wie die Aussaat des Sommergetreides oder das Düngen der Felder.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.03.2020 | 12:00 Uhr

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