Stand: 18.01.2018 19:45 Uhr

Metaller: Dritte Tarifrunde endet ohne Ergebnis

Man bewege sich aufeinander zu, sei aber noch weit entfernt von einer Einigung: So klingt die Bilanz des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall nach der dritten Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie. Ohne ein konkretes Ergebnis ist diese am Dienstag beendet worden. "Wir haben der Gewerkschaft Lösungsalternativen aufgezeigt, leider sehen wir aber noch keine große Beweglichkeit auf der anderen Seite", erklärte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Verbands.

600 Beschäftigte demonstrieren

Die Verhandlungen wurden erneut von einer Demonstration von rund 600 Beschäftigten begleitet. Wie ein Sprecher der IG Metall Niedersachsen/Sachsen-Anhalt sagte, kamen die Teilnehmer des Protestzuges überwiegend aus der Region Alfeld-Hameln-Hildesheim, aber auch aus Hannover. In den Regionen Celle-Lüneburg und Südniedersachsen-Harz habe es ebenfalls Aktionen und Kundgebungen gegeben.

IG Metall will sechs Prozent mehr Gehalt

Die IG Metall verlangt sechs Prozent mehr Geld und die Möglichkeit, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken können. Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder und pflegende Familienangehörige sollen einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren. Das lehnen die Arbeitgeber weiter kategorisch ab. Sie bieten Lohnzuwächse von zwei Prozent ab April 2018 für zwölf Monate plus eine Einmalzahlung für die Monate Januar bis März 2018 an. In der nächsten Runde werde es darum gehen, sich weiter aufeinander zu zu bewegen, betonte Schmidt. "Keiner Seite ist mit einem unnötig langen Arbeitskampf geholfen."

Klage gegen Warnstreiks?

Im Tarifkonflikt der Metallindustrie haben bereits in der vergangenen Woche Tausende Beschäftigte an Warnstreiks teilgenommen. Die Arbeitgeber hatten damit gedroht, gegen die Warnstreiks klagen zu wollen. Ihrer Ansicht nach ist die Forderung nach einem finanziellen Ausgleich ohne Arbeitsleistung rechtswidrig.

Gespräche bei VW vertagt

Auch bei Volkswagen ringen Unternehmen und Gewerkschaften derzeit um einen Tarifvertrag. Bei den Verhandlungen für die rund 120.000 Beschäftigten hat VW am Donnerstag ein Angebot vorgelegt. Der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh kritisierte das Angebot. Die Gespräche wurden ergebnislos vertagt.

Weitere Informationen

IG Metall zufrieden mit Warnstreik-Welle

Mehr als 5.500 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben sich am Freitag in Niedersachsen an Warnstreiks beteiligt. Auch bei VW droht ein Arbeitskampf. (12.01.2018) mehr

Tarifstreit: NiedersachsenMetall droht mit Klage

NiedersachsenMetall hält die Forderung der Arbeitnehmer nach verkürzten Arbeitszeiten zum Teil für rechtswidrig. Der Verband droht: Betroffene Betriebe könnten gegen die IG Metall klagen. (04.01.2018) mehr

Tarifrunde in der Metallindustrie startet zäh

Die erste Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie ist am Mittwoch ohne Annäherung zu Ende gegangen. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn. (15.11.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 16.01.2018 | 18:00 Uhr

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