Stand: 01.04.2020 19:30 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Messfehler bei Nitratwerten? Landvolk will klagen

Ein Landwirt bringt Gülle als Dünger auf einem Feld aus. © dpa picture alliance Foto: Philipp Schulze
In sogenannten roten Gebieten gelten besonders strenge Düngeregeln. Doch nach Ansicht der Landwirte sind die Gebiete willkürlich festgesetzt. Ein neues Gutachten soll das beweisen (Symbolfoto).

Niedersachsens Landwirte sehen sich durch ein neues Gutachten in ihrer Kritik an den strengeren Düngeregeln bestätigt. Dem Fachgutachten des Landvolks zufolge ist die Art des Messens von Nitrat im Grundwasser häufig mangelhaft. 60 Prozent der Messstellen in den sogenannten roten Gebieten würden gravierende Mängel aufweisen, sagt Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke dem NDR in Niedersachsen. Er fordert deshalb neue Messungen und in der Konsequenz, die "roten Gebiete" neu auszuweisen. Zudem kündigt er erneut an, dass das Landvolk gerichtlich gegen die am Freitag vom Bundesrat beschlossene Düngeverordnung vorgehen will.

Lies: Sind gar nicht so weit auseinander

Das Umweltministerium bezweifelt zwar die Ergebnisse des Gutachtens, kündigt aber ebenfalls an, die Messstellen noch einmal zu überprüfen. "Ich glaube, dass wir gar nicht weit auseinander sind", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Frist bis zum Jahresende

Der Bundesrat hatte die schärfere Düngeregeln vergangenen Freitag in etwas veränderter Form gebilligt. Die Änderung betrifft eine Frist für die Länder, um stärker oder weniger stark mit Nitrat belastete Gebiete auszuweisen. Dafür waren ursprünglich drei Monate vorgesehen, nun soll dafür bis zum Jahresende Zeit sein. Niedersachsen stimmte der neuen Düngeverordnung nicht zu.

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Niedersachsen 18.00 | 01.04.2020 | 18:00 Uhr

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