Stand: 25.05.2019 11:09 Uhr

Mehr Moorbrände: Feuerwehr braucht neue Flotte

Wegen zunehmender Moor- und Waldbrände benötigen die Feuerwehren nach eigenen Angaben mehr geländegängige Einsatzfahrzeuge.

Wegen des Klimawandels dürfte es künftig vermehrt zu Wald- und Moorbränden in Niedersachsen kommen. Davon geht der Landesfeuerwehrverband aus und fordert deshalb eine neue Flotte Löschfahrzeuge. Der Verband prüfe derzeit landesweit den Fahrzeugbestand, sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse vor Beginn der Tagung des Feuerwehrverbandes in Duderstadt (Landkreis Göttingen). "Wir haben dabei festgestellt, dass es genügend große, schwere Einsatzfahrzeuge gibt", sagte Banse. Zur Bekämpfung von Wald- und Moorbränden seien sie jedoch oft ungeeignet. Erst vor gut zwei Wochen gab es einen Moorbrand in einem Torfabbaugebiet nördlich von Esterwegen (Landkreis Emsland). Einer der folgenschwersten Moorbrände brach im vergangenen Spätsommer auf einem Bundeswehr-Testgelände bei Meppen aus. Dabei entstand vermutlich ein Schaden allein an Natur und Umwelt in Höhe von rund 50 Millionen Euro.

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Niedersachsen 18.00

Feuerwehrverband fordert mehr Löschhubschrauber

24.04.2019 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00

Nach dem Brand im Goldenstedter Moor hat der Präsident des Feuerwehrverbandes am Mittwoch mehr Löschhubschrauber und eine bessere Kommunkation zwischen den Behörden gefordert. Video (01:26 min)

25 Millionen Euro nötig

Benötigt würden etwa 100 geländegängige Fahrzeuge mit eigenen Löschwassertanks, sagte Banse. Bei einem Stückpreis von rund 250.000 Euro müssten demzufolge 25 Millionen Euro investiert werden. Auch die Waldbrand-Bekämpfung aus der Luft müsse verbessert werden, sagte Banse. Die vorhandenen großen Löschwasserbehälter könnten nur von sehr wenigen Bundeswehrhubschraubern transportiert werden. Es wäre sinnvoll, Polizeihubschrauber künftig so auszurüsten, dass sie kleinere faltbare Löschwasserbehälter transportieren können. Das niedersächsische Innenministerium erklärte jedoch, dass eine solche Aufrüstung bei den aktuellen Maschinentypen technisch nicht sinnvoll sei. Mit der Neustrukturierung der Kreisfeuerwehrbereitschaften beschäftige sich derzeit aber eine Arbeitsgruppe. Zukünftig seien unter anderem Einheiten für die Bereiche Waldbrand, Wasserförderung und Bekämpfung von Hochwasser vorgesehen.

43.000 Mitglieder bei Kinder- und Jugendfeuerwehren

Zumindest personell sehen sich Niedersachsens Berufs- und Freiwillige Feuerwehren dagegen relativ gut aufgestellt. "Wir hatten zuletzt steigende Mitgliederzahlen", sagte der Verbandschef. Landesweit gibt es rund 3.300 freiwillige Ortsfeuerwehren sowie elf Berufsfeuerwehren in größeren Städten mit insgesamt rund 125.000 Einsatzkräften. Vor allem bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren sei das Engagement gewachsen. "Wir haben dort inzwischen rund 43.000 Mitglieder. Das sind mehr als je zuvor." Doch nicht überall freuen sich die Feuerwehren über Mitgliederzuwachs. So verteilten die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Zorge in den vergangenen Wochen Feuerlöscheimer an die Bewohner, um auf den Mangel an Einsatzkräften hinzuweisen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.05.2019 | 08:00 Uhr

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