Stand: 13.08.2020 19:39 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Mehr Menschen im Norden von Armut bedroht

Hinter Abrissmarken warten im Arbeitsamt Menschen auf ihren Aufruf. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Foto: Uwe Zucchi
Eine wachsende Anzahl an Bürgern hat in Deutschland sehr wenig Geld zur Verfügung. (Themenbild)

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen steigt das Risiko, in Armut zu geraten. In Mecklenburg-Vorpommern ist es hingegen gesunken, wie eine Erfassung des Statistischen Bundesamtes zur Armutsgefährdungsquote zeigt. In einem Zehnjahresvergleich ist der Wert in Bremen um 4,8 Prozentpunkte und damit bundesweit am stärksten gestiegen. Dort ist die Armutsgefährdungsquote mit 24,9 Prozent auch am höchsten. Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 19,4 Prozent auf Platz drei hinter der Hansestadt und Sachsen-Anhalt. Niedersachsen bewegt sich mit 17,1 Prozent im Mittelfeld. Hamburg (15,0 Prozent) und Schleswig-Holstein (14,5) liegen im unteren Viertel beim bundesweiten Ländervergleich der Armutsgefährdung.

Entwicklung unterliegt Schwankungen

Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut. Die Auswertung basiert auf einem sogenannten Mikrozensus der Landesämter für Statistik. Diese Haushaltsbefragung hat ergeben, dass die Zahlen in den alten Bundesländern gestiegen und in den neuen Bundesländern gesunken sind. Die Entwicklungen sind demnach in sich nicht konstant, sondern unterliegen Schwankungen. Innerhalb des Zehnjahreszeitraums sind etwa die Zahlen in Bremen von 2009 bis 2015 um 4,7 Prozentpunkte gestiegen - und 2016 um 2,2 Prozentpunkte gefallen.

Andere Methodik im Landesamt

Aufgrund einer unterschiedlichen Methodik gibt es auch bei den Zahlen für das Jahr 2019 leichte Unterschiede: Das Bundesamt für Statistik weist eine Armutsgefährdungsquote von 17,1 Prozent für Niedersachsen auf - das Landesamt für Statistik (LSN) kommt dagegen auf einen Wert von 16,0 Prozent. Der Unterschied erklärt sich laut dem Statistischen Bundesamt aufgrund einer anderen Relation. Beim LSN heißt es dazu: "Angaben auf Basis des regionalen Durchschnitts konzentrieren sich auf die Verteilung des Einkommens innerhalb einer Region. Berechnungen auf Basis des bundesweiten Durchschnitts blicken stärker auf die Einkommensunterschiede zwischen den Ländern." Beide Berechnungen würden sich ergänzen, teilte das LSN mit.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 13.08.2020 | 18:00 Uhr

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