Stand: 12.10.2017 17:26 Uhr

Matschige Felder machen Bauern zu schaffen

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So sieht es derzeit auf vielen Feldern aus: Matschige Äcker, die kaum befahrbar sind.

Eigentlich läuft im Oktober die Ernte von Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben auf Hochtouren. Doch in diesem Herbst ist das in weiten Teilen Niedersachsens anders. Wegen des vielen Regens der vergangenen Wochen ist die Ernte ins Stocken geraten. Matschige Felder und die hohe Feuchtigkeit der Feldfrüchte stellen die Landwirte vor große Probleme. Die Landwirtschaftskammern und die Landberatungen bekommen derzeit so manchen sorgenvollen Anruf.

Erntemaschinen zu schwer für durchweichte Böden

Die Maisanbauer kommen mit ihren schweren Erntemaschinen gar nicht auf die völlig durchweichten Felder, lautet ein häufige Klage. Dabei müssten die Maispflanzen vielerorts dringend geerntet werden. Ein weiteres Problem: Der in der vergangenen Woche wütende Sturm "Xavier" hat viele Pflanzen auf etwa einem halben Meter Höhe abknicken lassen. Die Bauern wollen nun eigentlich retten, was noch zu retten ist - wenn sie nur auf die Felder kämen.

Feuchtigkeit schadet Kartoffeln

Bei Ulrich Peper von der Landwirtschaftskammer in Buchholz in der Nordheide melden sich zurzeit viele Kartoffelbauern. Mit dem, was sie im Moment aus dem Boden holen, sind sie gar nicht zufrieden: "Durch den feuchten Boden sind die Dämme stark vernässt, sodass auch die Knollen nass geworden sind." Das wiederum schränke die Lagerfähigkeit stark ein. Auch die Heuernte ist nicht möglich, sagt Hinrich Prigge von der Landberatung in Bad Fallingbostel. Die Wiesen drohten ungemäht zu verfilzen - und sie können dann vor dem Winter auch nicht mehr gedüngt werden. Die Folge: Die Bauern wissen nicht, wohin mit der Gülle. Solch große Güllemengen zu lagern, stelle viele Landwirte vor große Herausforderungen, so Prigge.

Uelzener Zuckerfabrik drosselt Produktion

Ein ähnliches Bild bei der Rübenernte. Die Zuckerfabrik in Uelzen habe sogar vorübergehend die Produktion gedrosselt, sagt Tanja Schneider-Diehl von Nordzucker: "Wenn die Rüben nicht aus der Erde kommen, dann können sie auch nicht anschließend im Werk verarbeitet werden." Dass sich das Wetter mittlerweile gebessert hat, ist für viele Bauern nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer. Denn in wenigen Tagen trocknen die Felder nicht ab. Es brauche nun zwei bis drei trockene Wochen, damit die Ernte so richtig losgehen kann, heißt es von der Landwirtschaftskammer.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.10.2017 | 17:00 Uhr

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