Stand: 23.04.2020 10:42 Uhr

Maskenpflicht stößt auf breite Zustimmung

Zwei Kunden mit Schutzmasken stehen vor einem Kühlregal in einem Supermarkt © dpa-Zentralbild Foto: Robert Michael
Ab dem kommenden Montag müssen in Niedersachsen in Bussen und Bahnen sowie beim Einkauf Masken getragen werden. (Themenbild)

Die Reaktionen auf die von der niedersächsischen Landesregierung angeordnete Maskenpflicht fallen fast durchgehend positiv aus. FDP und Grüne im Landtag begrüßten die Entscheidung. Beide Oppositionsparteien hatten sich bereits zuvor ausdrücklich für diesen Schritt ausgesprochen. Kritik kam lediglich von der AfD, die einen zu großen Eingriff in die persönlichen Rechte beklagte.

VIDEO: Auch Niedersachsen führt Maskenpflicht ein (2 Min)

Landesarmutskonferenz begrüßt Maskenpflicht

Die Landesarmutskonferenz in Niedersachsen lobte die Maskenpflicht. Sie schütze vor allem Menschen mit wenig Geld vor dem Coronavirus, sagte ein Sprecher. Wer sich kein Auto leisten kann, sei schließlich oft auf Bus und Bahn angewiesen. Deshalb fordere die Landesarmutskonferenz, armen Menschen Masken kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Handelsverband sieht viele offene Fragen

Der Handelsverband Niedersachsen-Bremen bemängelte, dass es noch viele offene Fragen zur Maskenpflicht gäbe. So sei zum Beispiel unklar, ob Mitarbeiter in Geschäften diese auch tragen müssten, wenn sie bereits durch Plexiglasscheiben geschützt seien. Viele Ladeninhaber würden sich zudem fragen, ob sie Kunden ohne Maske rauswerfen müssten.

Wunsch nach Rechtssicherheit

Es sei sinnvoll, dieses Thema landesweit zu regeln, betonte der Handelsverband Harz-Heide. So könne auch den Kunden Rechtssicherheit gegeben werden, sagte Geschäftsführer Heinz Georg Frieling. Bereits jetzt sind Frieling zufolge viele Kunden in der Lüneburger Innenstadt mit Mund-Nasen-Schutz unterwegs. Die Maskenpflicht gilt ab Montag in ganz Niedersachsen beim Einkaufen oder Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Kommunen setzen auf Eigeninitiative der Menschen

Auch Städte und Gemeinden begrüßen das Vorgehen der Landesregierung. Mehrere Kommunen, darunter Wolfsburg, hatten in den vergangenen Tagen bereits eine Maskenpflicht angeordnet. Es sei gut, dass die einheitliche Maskenpflicht nun von der Landesregierung angeordnet werde, teilte der Landkreis Peine mit. Schutzmasken seien aber nicht für alle verfügbar. Auf der Internet-Seite des Landkreises gibt es deshalb für die Bürger Anleitungen zum Selbernähen. Auch die Stadt Goslar setzt beim Mund-Nasen-Schutz auf Eigeninitiative. Der Landkreis Göttingen will am Freitag beraten, ob etwa auch in öffentlichen Gebäuden ab Montag eine Maske getragen werden muss. Bei den Regeln solle ein Flickenteppich vermieden werden, betonte Kreisrätin Marlies Dornieden (CDU).

Hamelner OB: "An Regelung halten"

Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) findet den Schritt ebenfalls richtig. "Vor dem Hintergrund des Öffnens des Handels reicht es nicht aus, den Abstand zu halten", so Griese. Jetzt habe das Land reagiert. Das sei richtig, auch wenn es für einen einzelnen schwer sei, sei es wichtig, sich an die Regelung zu halten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.04.2020 | 10:00 Uhr

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