Stand: 31.08.2020 20:54 Uhr

Masken-Tragen wird in Öffis schärfer kontrolliert

Schülerinnen und Schüler, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen, betreten eine Stadtbahn. © dpa - Bildfunk Foto: Swen Pförtner
Tragen alle Fahrgäste eine Maske in Bus und Bahn? Das kontrollieren viele Verkehrsbetriebe im Land jetzt verstärkt.

Busse und Bahnen sind seit Beginn des neuen Schuljahrs in Niedersachsen vor allem zu Stoßzeiten wieder ziemlich voll. Denn mehr als eine Million Kinder und Jugendliche müssen jetzt morgens wieder in die Schule - viele von ihnen nutzen dafür öffentliche Verkehrsmittel. Abstand zu halten ist da nicht immer möglich. Umso wichtiger ist es, dass Fahrgäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Doch so manch einer ist zuletzt eher nachlässig mit der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln umgegangen. Deshalb sind die Verkehrsbetriebe laut der neuen Corona-Verordnung nun explizit dazu verpflichtet, das Tragen der Maske durchzusetzen. In vielen Kommunen wird in dieser Woche intensiver kontrolliert als bisher.

VIDEO: Maskenpflicht: Kontrollen werden ausgeweitet (3 Min)

Hannover: Promis sollen auf Jugendliche einwirken

In Hannover setzt die üstra etwa 110 Sicherheitsdienst-Mitarbeiter ein, die kontrollieren sollen, dass alle Fahrgäste eine Maske tragen. "Wir sind konsequent unterwegs", sagte eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe. Der große Teil der Fahrgäste sei aber "absolut vorbildlich" unterwegs. An den Haltestellen großer Schulzentren stehen sogenannte Maskenscouts, die die Schüler in den ersten Tagen nach den Sommerferien auf die Regeln hinweisen. Außerdem setzt die üstra auf die Unterstützung Prominenter, um vor allem Jugendliche über soziale Medien zu erreichen. So sollen etwa bekannte Sportler die Botschaft verbreiten: "Wer Maske trägt, ist cool!" Darüber hinaus setzen die Verkehrsbetriebe morgens zu Schulbeginn und nachmittags zum Schulende längere Busse und zusätzliche Stadtbahnwagen ein. Zudem soll es zu diesen Stoßzeiten mehr Verbindungen geben.

Braunschweig: Stichprobenartige Kontrollen

In Braunschweig soll es in dieser Woche mehrere stichprobenartige Kontrollen geben, ob die Fahrgäste ihre Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Aus der Stadt heißt es, dass sich der weit überwiegende Teil der Menschen an die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr halte. Wer dagegen verstößt, muss in ganz Niedersachsen laut dem neuen Corona-Bußgeldkatalog mit 100 bis 150 Euro Strafe rechnen.

Weitere Informationen
Ein Frau mit Schutzmaske im Supermarkt. © picture alliance Foto: Kirsten Nijhof

Das kosten Verstöße gegen Corona-Regeln

In Niedersachsen gilt ein neuer Corona-Bußgeldkatalog - mit deutlich höheren Strafen. Hinzu kommt, dass laut Verordnung nun ein Attest nötig ist, wenn jemand keine Maske tragen kann. mehr

Wolfsburg: Plakate und Durchsagen

Plakate weisen in Wolfsburg auf die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln hin, hinzu kommen Durchsagen in Bussen und an Verkaufsständen. Ob sich alle an die Maskenpflicht halten, will die Wolfsburger Verkehrs-GmbH (WVG) bei stichprobenartigen Kontrollen zusammen mit dem Ordnungsamt überprüfen. Busfahrer hätten zudem das Recht, uneinsichtige Fahrgäste abzuweisen. "Das läuft ganz gut bei uns", sagte eine Sprecherin der WVG. Nur vereinzelt gebe es Diskussionen mit Maskenverweigerern.

Osnabrück: Fahrer kann Zutritt verweigern

Auch in Osnabrück werden Fahrgäste über Lautsprecherdurchsagen in den Bussen auf die Maskenpflicht hingewiesen. Zusätzliche Kontrollen soll es allerdings nicht geben, wie ein Sprecher der Stadtwerke sagte. Wenn jemand keine Maske trage, könne der Fahrer ihm den Zutritt zum Bus verweigern. Sollte die Person trotzdem einsteigen, könne der Fahrer die Polizei oder das Ordnungsamt anfordern. Bislang sei das nur "in ganz wenigen Einzelfällen" vorgekommen, so der Sprecher.

Zusätzliche Fahrzeuge: Nicht überall möglich

Damit das Gedränge in Bussen und Bahnen zu den Stoßzeiten nicht zu groß wird, setzen manche Regionen zusätzliche Fahrzeuge ein. Doch das geht nicht in allen Städten und Landkreisen. "Eine flächendeckende Ausweitung der Kapazitäten wird landesweit nicht möglich sein, da weder ausreichend Fahrzeuge noch das erforderliche Personal dafür zur Verfügung stehen", sagte der Sprecher des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen, Eckhard Spliethoff.

Südniedersachsen: Appell zum Schulweg per pedes

So setzt etwa der Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen keine zusätzlichen Busse ein: Es gebe zu wenig Busfahrer. Wer seinen Schulweg nicht zwingend mit dem Bus machen muss, dem wird dort geraten, zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Um den Mund-Nasen-Schutz nicht abnehmen zu müssen, sollten die Kinder möglichst nicht im Bus essen, heißt es zudem.

Weitere Informationen
Ein Schild an einer Schule macht kenntlich, wo Eltern mit ihrem Pkw halten sollen. © Bertil Starke

Polizei: Elterntaxis eher Sicherheitsrisiko

Nach dem Vorstoß aus dem Landkreis Peine, Kilometergeld für sogenannte Elterntaxis zu zahlen, kommt Kritik von der Polizei. Hannovers Polizeipräsident sieht ein Sicherheitsrisiko. mehr

Landkreis Peine: Kilometerpauschale fürs Elterntaxi

Auch der Landkreis Peine will die Busunternehmen entlasten und bietet deshalb Eltern eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer, wenn sie ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Für Schüler, die mit dem Rad zur Schule fahren, gibt es zudem eine Prämie von zehn Euro im Monat. In den Schulen oder beim Landkreis erfahren Eltern und Schüler, wie sie an das Geld kommen. Um den Nahverkehrsunternehmen in der Corona-Krise unter die Arme zu greifen, stellt die Landesregierung für sie laut Verkehrsministerium 190 Millionen Euro bereit - insbesondere, um Einnahmeausfälle abzumildern.

Weitere Informationen
Schülerinnen und Schüler mit Maske in einem Klassenraum einer sechsten Klasse in der Max-Planck-Schule in Kiel © Gregor Fischer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Gregor Fischer

Schulstart "im Großen und Ganzen geglückt"

In Niedersachsen hat das neue Schuljahr im eingeschränkten Regelbetrieb begonnen. Eine erste Bilanz ist positiv. Bund und Länder wollen Eltern bei etwaigen Schulschließungen unterstützen. mehr

Ein Schüler mit Schutzmaske steht vor seiner Mutter bei der Einschulung. © picture alliance Foto: Brynn Anderson

Wo die Maske überall Pflicht werden könnte

Mit steigenden Corona-Infektionen wird der Ruf nach einer Maskenpflicht in vielen Bereichen lauter. Osnabrück empfiehlt das Tragen im Unterricht, in Öffis stehen schärfere Kontrollen an. mehr

Eine Hand hält einen Corona-Impfstoff von AstraZeneca. © picture alliance/dpa/MAXPPP

Corona in Niedersachsen: Schulstrategie und mehr Impfstoff

Kultusminister Tonne stellt seine Pläne für die Zeit nach den Ferien vor und AstraZeneca gibt es jetzt auch für Jüngere. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 31.08.2020 | 07:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ein Krankenwagen fährt vom Gelände des Klinikums Oldenburg los. © dpa-Bildfunk Foto:  Mohssen Assanimoghaddam

Verkeimte Frühchen-Nahrung in Klinik: Fokus auf Milchküche

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Ein Baby starb, ein weiteres ist schwer erkrankt. mehr