Stand: 23.10.2019 12:00 Uhr

Masern: 89 Fälle in 2019 - Impfquote steigt an

Die Fallzahlen sind deutlich gestiegen - ebenso die Impfquote: Insgesamt 89 Fälle von Masern hat das Landesgesundheitsamt Niedersachsen in diesem Jahr bislang registriert. Das sagte ein Sprecher NDR.de am Dienstag. Im Vergleich zu den Vorjahren ein sprunghafter Anstieg: 2018 waren 18 Fälle aufgetreten; 2017 nur 15. Vor allem im Landkreis Hildesheim gab es demnach in diesem Jahr viele Masernerkrankungen: Alleine 47 Fälle gab es hier - einer endete tödlich.

Außer in Hildesheim meist Einzelfälle

In anderen Landkreisen gab es dagegen lediglich Einzelfälle, etwa im Landkreis Peine (9), der Region Hannover (6) sowie den Landkreisen Göttingen und Harburg (jeweils 5). Von den in diesem Jahr Erkrankten waren 13 Kinder unter 10 Jahren, 20 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 sowie 52 Erwachsene zwischen 18 und 49.

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Masern: Ist eine Impfpflicht sinnvoll?

06.05.2019 19:30 Uhr
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Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann lehnt eine Masern-Impfpflicht ab. Sie und auch der Obmann der Kinderärzte Hannover fordern eine bessere Impfberatung. Video (02:26 min)

Ab 2020 muss Impfung nachgewiesen werden

Das Bundeskabinett hat mittlerweile ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht: Von März 2020 an müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht gilt auch für Tagesmütter, Kita-Personal, Lehrer und Beschäftigte im Medizinbereich. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2.500 Euro.

Kinderärzteverband: "Impfquoten deutlich zu niedrig"

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Das ist ein ganz wichtiges Werkzeug, um die Masern endlich auszurotten." Hierbei habe es bisher wenig Fortschritte gegeben. "Die Impfquoten liegen noch deutlich zu niedrig. Außerdem impfen wir zu spät", kritisierte Fischbach.

Hintergrund: Masern

Masern sind hochinfektiös. Das Virus wird durch das Einatmen von Tröpfchen, etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen, übertragen. Die Symptome reichen von Schnupfen, Fieber und Husten bis hin zu rötlich-braunen Hautirritationen. Zudem wird das Immunsystem geschwächt. Dadurch kann es zu Folgeinfektionen kommen, etwa einer Hirnhautentzündung, teils mit langfristigen Schäden für das Zentrale Nervensystem. Zwei von 1.000 Patienten sterben laut Robert-Koch-Institut an den Folgen einer Masern-Infektion.

Weitere Informationen

Impfpflicht gegen Masern: Kehrtwende bei Reimann

Gesundheitsministerin Reimann spricht sich nicht mehr gegen eine Masern-Impfpflicht aus. Sie unterstütze alle Maßnahmen, die zu einer höheren Impfrate beitragen, sagte Reimann im Landtag. (15.05.2019) mehr

Masern-Impfpflicht: Weil "nicht abgeneigt"

Niedersachsens Ministerpräsident Weil (SPD) ist einer Masern-Impfpflicht nicht abgeneigt, sagte seine Sprecherin. Zuvor hatte sich Gesundheitsministerin Reimann erneut dagegen ausgesprochen. (08.05.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.10.2019 | 12:00 Uhr

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