Stand: 23.11.2019 11:16 Uhr

Marmor: Für Presse- und Medienfreiheit einstehen

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NDR Intendant Lutz Marmor hat sich am Donnerstag zur inzwischen von der Polizei verbotenen NPD-Demo geäußert.

NDR Intendant Lutz Marmor hat sich zur Bedeutung der Presse- und Medienfreiheit für die Demokratie in Deutschland geäußert. Diese seien Grundpfeiler der Demokratie. "Dafür müssen wir alle einstehen", sagte Marmor am Donnerstag. Grund dafür war die von der rechtsextremen NPD für Sonnabend angekündigten und inzwischen von der Polizei verbotenen medienfeindlichen Demonstration in Hannover. Der NDR stelle sich vor seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Marmor: "Es ist ein starkes Signal, dass so viele Menschen und Organisationen für die Presse- und Medienfreiheit eintreten."

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NPD attackiert investigative Journalisten

Die NPD-Demonstration sollte sich gegen "Panorama"-Autor Julian Feldmann und andere Journalisten richten, die über Rechtsradikalismus Bericht erstatten. Zu Gegendemonstrationen am Sonnabend haben unter anderem der DGB, die IG Metall und die Grüne Jugend in Hannover aufgerufen. Den Aufruf "Schützt die Pressefreiheit!" des Netzwerks Recherche zur Solidarität mit Julian Feldmann und anderen angefeindeten Journalisten haben zahlreiche Organisationen und hunderte Journalistinnen und Journalisten unterzeichnet.

"Wir müssen uns wehren"

Andreas Cichowicz, Chefredakteur NDR Fernsehen, sagte: "Wenn Journalistinnen und Journalisten immer wieder wegen ihrer Arbeit eingeschüchtert und bedroht werden, müssen wir uns wehren. Die Demokratie braucht unabhängigen, unbequemen und unerschrockenen Journalismus."

Pressekammer unterbindet Falschbehauptungen

Die Pressekammer des Landgerichts Hamburg hat unterdessen der NPD Niedersachsen untersagt, ihre Falschbehauptungen gegen Julian Feldmann zu wiederholen. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Die Falschbehauptungen der NPD bezogen sich auf die Berichterstattung des ARD-Politikmagazins "Panorama" über den NS-Kriegsverbrecher Karl M. aus dem niedersächsischen Nordstemmen (Landkreis Hildesheim). In einem Interview, das der NDR Autor Feldmann gemeinsam mit zwei Kollegen im November 2018 mit dem inzwischen verstorbenen Karl M. führte, hatte der damals 96-Jährige den Holocaust relativiert und die Opfer eines SS-Massakers verhöhnt. Später behauptete Karl M., die Journalisten hätten sich nicht als Medienvertreter zu erkennen gegeben und heimlich gefilmt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.11.2019 | 18:00 Uhr

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