Ein Windpark befindet sich im Meer. © picture alliance/Zoonar/Fokke Baarssen Foto: Fokke Baarssen

Losentscheid bei Vergabe von Windparks in Nord- und Ostsee

Stand: 09.09.2021 16:56 Uhr

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge für drei neue Windparks in Nord- und Ostsee erteilt. Alle zum Zug gekommenen Bewerber wollen den auf See erzeugten Strom ohne EEG-Förderung vermarkten.

RWE und die französische Elektrizitätsgesellschaft EDF erhielten bei einer Ausschreibung den Zuschlag für den Bau in Nord- sowie Ostsee ohne jegliche Subventionen, wie die Bundesnetzagentur in Bonn am Donnerstag mitteilte. Sie sollen 2026 in Betrieb gehen.

Mehrere Bewerber verzichten auf Förderung

Da sich für zwei Flächen mehrere Unternehmen beworben hatten, ohne Förderung zu verlangen, entschied hier das Los. "Die Null-Cent-Gebote zeigen das hohe Interesse der Bieter, trotz der vergleichsweise moderaten Größe der Flächen", sagte der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Die Firmen haben nun das Recht, die Windparks nach dem Bau für 25 Jahre zu betreiben. Den Stromanschluss müssen sie nicht selbst finanzieren. Die Leitungen werden vom Verbraucher über eine Umlage auf den Strompreis bezahlt.

Zwei Flächen vor den ostfriesischen Inseln

Zwei der Flächen liegen in der Nordsee vor den ostfriesischen Inseln, die dritte in der Ostsee nordöstlich der Insel Rügen. Eine Fläche in der Nordsee mit einer Leistung von 225 Megawatt sowie die Fläche in der Ostsee mit 300 Megawatt Leistung gingen an den Energiekonzern RWE. Für die zweite Nordseefläche mit 433 Megawatt erhielt EDF den Zuschlag.

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Das EEG garantiert einen Abnahmepreis

Im Rahmen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) werden Projekte für Wind- oder Solarstrom ausgeschrieben. Wer die geringsten Subventionen verlangt, erhält den Zuschlag. Für Wind an Land oder Freiflächen-Solaranlage lag die Förderung zuletzt um die vier beziehungsweise bei Solar um gut fünf Cent pro Kilowattstunde. Das heißt, die Betreiber erhalten einen garantierten Abnahmepreis in dieser Höhe für ihren Strom über 20 beziehungsweise bei Offshore-Anlagen über 25 Jahre.

Null-Cent-Gebote spekulieren auf hohe Strompreise

Zuschläge für Offshore-Windparks ohne Förderung hat es zwar bereits gegeben, sie sind aber sehr selten. Null-Cent-Gebote spiegeln auch die Erwartung für die Strompreis-Entwicklung wider. Die Unternehmen gehen also davon aus, dass "grüner" Strom gewinnbringend vermarktet werden kann und auch die erheblichen Investitionen wieder einspielt. Zuletzt war der Strompreis auch an den Börsen deutlich gestiegen. Zudem wollen immer mehr Unternehmen direkt erneuerbare Energie einkaufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 10.09.2021 | 06:30 Uhr

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