Lies setzt auf bessere Warnsysteme bei Hochwasser-Lagen

Stand: 19.07.2021 11:04 Uhr

Nach den Überschwemmungen im Westen und Süden Deutschlands fordert Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) einen besseren Katastrophenschutz. Niedersachsen sieht er dabei auf einem guten Weg.

Nach dem Hochwasser im Jahr 2017, das vor allem Goslar stark getroffen hat, habe sich Niedersachsen neu aufgestellt, sagte der Minister im Gespräch mit dem NDR in Niedersachsen. Das Thema Prognose und Vorhersage sei der erste wichtige Schritt. Die Hochwasservorhersagezentrale des Landes nehme inzwischen auch die kleineren Flüsse mit in den Blick. "Ich glaube, es ist besser, einmal mehr zu warnen, als am Ende festzustellen, dass es zu spät ist."

Wo gibt es Gefahrenpunkte?

Unter besonderer Beobachtung stehen laut Lies in Niedersachsen vor allem die Bereiche um die Innerste, die Oker und die Aller. Weil aber nicht vorhersehbar sei, wo Starkregen-Ereignisse auftreten, müsse landesweit kartiert werden, wo sich Wassermassen aufgrund der Gebietsstruktur sammeln könnten. "Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass nur in wenigen Gebieten Starkregen-Ereignisse auftreten", so Lies.

"Wir müssen dem Wasser auch Raum geben"

Darüber hinaus habe Niedersachsen in Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser investiert und sei inzwischen besser aufgestellt, so Lies. "Wir müssen dem Wasser auch Raum geben." Das sei in der Vergangenheit nicht passiert. Dafür müssten etwa mehr Rückhaltebecken gebaut werden. Wegen der Genehmigungsverfahren sei das allerdings ein langwieriger Prozess, so der Minister.

Lies rechnet mit Zunahme von Starkregen und Hochwasser

Ein weiterer wichtiger Punkt sei, die Menschen darauf vorzubereiten, wie sie in Notsituationen reagieren können, sagte Lies. Angesichts des Klimawandels rechnet der Umweltminister damit, dass die Wetterextreme - und damit auch Hochwasser- und Starkregen-Ereignisse zunehmen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.07.2021 | 10:00 Uhr

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