Stand: 18.11.2019 15:36 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Lieferengpässe bei Medikamenten nehmen zu

Bei manchen Arzneien bleiben immer wieder die Regale in Apotheken leer. Auch in Niedersachsen gibt es immer häufiger Lieferengpässe bei bestimmten Medikamenten. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl vervielfacht, sagte Mathias Grau, Vize-Vorsitzender des Landesapothekerverbandes (LAV), NDR 1 Niedersachsen. Derzeit gebe es Lieferengpässe bei Blutdrucksenkern, verschiedenen Antibiotika und Impfstoffen. Beinahe jeden Tag seien andere Produkte betroffen, sagte Grau.

Engpässe bei Hunderten Medikamenten

Hallo Niedersachsen -

Apotheken haben immer öfter Schwierigkeiten, bestimmte Medikamente vorzuhalten: Hunderte Artikel sind nicht lieferbar. Auf Patienten kann sich eine Umstellung negativ auswirken.

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Hausärzteverband: Mehr Aufwand für alle

Die Misere bedeute für alle Beteiligten - Patienten, Ärzte und Apotheker - erheblichen Mehraufwand, wie Eckart Lummert vom Hausärzteverband Niedersachsen dem NDR sagte. Etwa im Fall von chronisch Kranken, die regelmäßig Tabletten nehmen müssen, sei die Umstellung auf alternative Medikamente umständlich und unangenehm. Für die Ärzte bedeutete es zusätzliche Arbeit - zu einem Zeitpunkt, wo es angesichts von zu wenig Ärzten und zunehmenden Grippe-Patienten problematisch sei, so Grau vom LAV weiter. Auch für die Apotheken seien die Engpässe ein Problem, weil sie ständig prüfen müssen, welche Medikamente vorhanden sind und welche als Alternative zur Verfügung stehen.

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Der Kampf gegen Medikamentenmangel

Seit Jahren sind Lieferprobleme bei wichtigen Medikamenten bekannt. Betroffen ist auch das Narkosemittel Propofol. Mehrere Politiker wollen das Problem nun angehen. Mehr bei tagesschau.de. extern

287 Medikamente bundesweit betroffen

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind in Deutschland derzeit 287 Medikamente von Lieferengpässen betroffen - darunter verschiedene Antibiotika, Impfstoffe und Mittel für Blutdruckpatienten. Auch laut BfArM habe sich die Zahl der Lieferengpass-Meldungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert. Die Behörde sieht die Situation aber nicht als dramatisch an. Die Zahlen ließen sich nicht mit den Vorjahren vergleichen, da sich die Datengrundlage geändert habe. Zudem gibt es keine Pflicht, Lieferengpässe bei Arzneien zu melden - wohl aber einen Trend zu mehr freiwilligen Angaben. Ein Lieferengpass sei zudem noch lange kein Versorgungsengpass. Gemessen an allen Meldungen entstünden Versorgungsengpässe "relativ selten", teilte das BfArM mit. Außerdem müsse die Zahl der Lieferengpässe im Verhältnis gesehen werden - bundesweit seien etwa 103.000 Arzneimitteln zugelassen, so das Bundesinstitut.

Verlagerte Produktion ins Ausland ist ein Problem

Als Grund für die Misere gilt Auslagerung der pharmazeutischen Industrie: Aus Kostengründen wird die Produktion immer mehr ins Ausland verlagert und immer weniger Hersteller produzieren einen Wirkstoff. Fällt dann eine Fabrik aus, kommt es schnell zu Engpässen. LAV-Vizevorsitzender Grau sieht neben pharmazeutischer Industrie und Apotheken insbesondere die Politik in der Pflicht. Es müsse Anreize dafür geben, dass Medikamente wieder in Deutschland oder Europa hergestellt werden, sagte Grau NDR 1 Niedersachsen. Damit wären die Lieferwege kürzer und Kontrollen einfacher."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 18.11.2019 | 17:00 Uhr

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